zur Navigation springen

Ahrensburg : Verdächtige im Visier der Polizei

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Großkontrolle gegen Wohnungseinbruchskriminalität kurz vor Ahrensburg und in Ammersbek mit Zusatzerfolg: Zwei Männer festgenommen.

von
erstellt am 23.Dez.2016 | 06:00 Uhr

65 Beamte im Einsatz, zwei Kontrollstellen an Ausfallstraßen: Die Polizeidirektion hatte am Donerstag erstmals einen Großeinsatz gegen Wohnungseinbruchskriminalität gestartet. An der B  75 kurz hinter dem Ortsausgang Ahrensburg und in der Hamburger Straße in Ammersbek-Lottbek wurde vom Nachmittag bis in die Abendstunden kontrolliert. Auch in den U-Bahnhöfen Ahrensburg Ost, Schmalenbek und Kiekut sahen sich Uniformierte nach Verdächtigen um. 22 Zivilbeamte waren waren zudem auf Streifengängen in den Wohngebieten unterwegs.

Ziel der Aktion war es nicht, Einbrecher auf frischer Tat zu erwischen, sondern Information und Erkenntnisse zu gewinnen. Dass zwei Männer festgenommen wurden, die mit Haftbefehl gesucht wurden, war nur ein – wenn auch nicht unerwünschter – Zufall. Der 53- und der 26-Jährige waren wegen Eigentumsdelikten zur Fahndung ausgeschrieben. Rausgewunken wurde, wer ins Täterprofil passt. Welche Autos kontrolliert wurden, entschieden die Beamten mit den gelben Warnwesten.

Ein Großteil der Wohnungseinbrüche geht nach Erkenntnissen der Polizei auf das Konto von Tätergruppen aus Osteuropa und vom Balkan, die sich nur vorübergehend in Deutschland aufhalten. Bei den Kontrollen wurden „sechs Personen mit einschlägigen polizeilichen Erkenntnissen angetroffen“, so Holger Meier, Sprecher der Direktion. Ob es Zusammenhänge und Übereinstimmungen zu aktuellen Wohnungseinbrüchen gibt, wird geprüft. „Die Informationen fließen in die Aufklärungsarbeit unserer Ermittlungsgruppen in Reinbek und Ahrensburg ein“, so Meier.

Als Erfolg wertet die Direktion die Großkontrolle auch deshalb, weil „die absolute Mehrzahl der Kontrollierten es positiv gesehen oder sogar begrüßt hat“, so Torsten Gronau aus der Pressestelle. Ende November hatte die Direktion mit richterlicher Genehmigung wieder die anlasslosen Anhalte- und Sichtkontrollen angeordnet. Rechtliche Grundlage dafür ist das Landesverwaltungsgesetz, das die Kontrollen erlaubt, wenn die Wohnungseinbruchskriminalität überhand nimmt. Und das tut sie.

Die Rechte der Polizei sind allerdings eingeschränkt. „Wir dürfen nur in den Kofferraum oder den Rucksack schauen, aber nichts durchsuchen“, sagt Holger Meier. Das ist nur möglich, wenn sich schon auf den ersten Blick Anhaltspunkte ergeben, dass es sich um Diebesgut oder Einbruchswerkzeug handeln könnte. Führerschein und Fahrzeugpapiere dürfen die Beamten natürlich kontrollieren, die persönlichen Daten dürfen aber ebenfalls nur gespeichert werden, wenn es Verdachtsmomente gibt.

Das war auch bei einem Kurierfahrer aus Hamburg der Fall, bei dem Drogen im Fahrzeug gefunden wurden. An der Kontrollstelle in Ammersbek wollte sich der Fahrer eines dunklen VW Polo nicht kontrollieren lassen. Er missachtete die Haltezeichen und flüchtete Richtung Hamburg. Die sofort eingeleitete Fahndung hatte keinen Erfolg.

Die Anhalte- und Sichtkontrollen werden auch weiterhin möglich sein. Das Gericht genehmigte die Verlängerung der Maßnahmen um weitere 28 Tage bis zum 22. Januar. Es gilt im gesamten Raum Südstormarn bis Ahrensburg und Ammersbek. Auch Bargteheide und die Dörfer sowie Trittau und die Sieker Amtsgemeinden gehören dazu. „Wir fahren unser Konzept weiter“, sagt Gronau, „ob wir wieder Kontrollen in dieser Größenordnung oder in kleinerem Rahmen machen, steht aber noch nicht fest.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen