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Stormarner Tageblatt

22. Oktober 2017 | 05:36 Uhr

Bad Oldesloe : Veranstaltungs-Ideen sprudeln

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Arbeit trägt Fürchte. Kulturmanagerin Inken Kautter wartet mit neuen Konzepten für Veranstaltungen auf und verzeichnet steigende Nachfrage von Veranstaltern.

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erstellt am 23.Feb.2017 | 06:00 Uhr

„Man nimmt Bad Oldesloe wieder als lebendige Stadt wahr“, sagt Inken Kautter: „Oldesloe wird als aufgeschlossen empfunden.“ Die Kulturmanagerin in der Stadtverwaltung muss es wissen, denn sie hat mit den Auswirkungen zu tun. „Da kommt im Moment relativ viel an Ideen bei uns an. Firmen kommen und wollen Veranstaltungen machen“, erklärt sie. Eine Idee, eine Anfrage und nicht viel Arbeit für die Verwaltung. Das Veranstaltungsmanagement kümmert sich um die verwaltungsinterne Abstimmung, stellt die Kontakte zu den Fachbereichen her. Einige Veranstaltungen sind bereits fest für dieses Jahr vereinbart: Das Treidlerfest soll wiederbelebt werden, ein Wein- sowie ein Oktoberfest planen private Veranstalter und Gerrit Jansen ein Mittelalterspektakel. Dieses Jahr soll es auch einen „richtigen“ Weihnachtsmarkt geben, kündigt Inken Kautter an. „Das ist ein umkämpftes Feld“, weiß sie: „Wir definieren da grade die Rahmenbedingungen.“ Je mehr Vorgaben die Stadt mache – zum Beispiel ob es große Wagen oder kleine Buden sein sollen, wie lange soll der Markt gehen, Pfandgeschirr oder Teller zum Wegwerfen – desto weniger Sondernutzungsgebühr könne verlangt werden. Inken Kautter: „Wenn dann noch ein Bühnenprogramm gewünscht wird, zahle ich drauf. Und eine Eislaufbahn frisst meinen kompletten Etat in nur einer Woche.“

Eine zweite Kategorie von Veranstaltungen sind die, die zwar im Grunde ehrenamtlich organisiert werden, die aber Hilfe von der Verwaltung benötigen, wo die Stadt als Kooperationspartner auftritt. Da gebe es eine zum Teil lange gewachsene Tradition. „Das Kurparkfest ist so ein Beispiel“, erklärt die Kulturmanagerin: „Die AG als Organisator ist da auch stark mit eigenen Ideen.“ Das Pfingstkonzert, das Weihnachtsmannwecken sind weitere Veranstaltungen. „Die Grundlage ist gut, sonst würden die Veranstaltungen nicht schon so lange funktionieren. Aber was kann nicht noch verbessert werden?“ Daran arbeitet sie mit ihrem Team.

Darüber hinaus plant das Veranstaltungsmanagement auch neue, eigene Veranstaltungen. „Wir wollen mal etwas versuchen, was es so vielleicht noch nicht gab“, so Inken Kautter: „Ich bin gespannt, wie das funktioniert.“ Da es dieses Jahr kein Stadtfest gibt, wurde nach einer Alternative gesucht – „was kleines, filigranes, was den öffentlichen Raum bespielt. So wurde die Idee für das „Pflaster Art Straßenkünstlerfestival“ geboren. Der Schwerpunkt soll auf dem Marktplatz liegen, aber auch die rot gepflasterten Kreise in der Fußgängerzone sollen bespielt werden. „Wir haben hier keine Kleinkünstler, also müssen wir uns einer überregionalen Agentur bedienen“, erläutert Inken Kautter. Musiker, Artisten, Gaukler, aber auch Kunsthandwerker und Gastronomen sollen für Leben in der Innenstadt sorgen. Auch lokale Aussteller und Gastronomen sollen eine Chance bekommen. Dafür nimmt die Stadt 12  000 Euro in die Hand.

Am 17. Juni geht es munter weiter mit dem ersten „Kulturtag“ der Kub-Hauptnutzer. „Das soll ein kleines Sommer-Auftakt-Fest werden“, schwebt Inken Kautter vor. Vielfältig wie die Hauptnutzer, soll auch das Programm werden: Musik, Theater, Kunstausstellungen aber eben auch eine Zumba-Party. Alles natürlich im Kub.

Auch das Oldesloer Kulturnetzwerk soll neuen Schwung bekommen. Deshalb wird am 9. September „Kunst und Kultur“ verteilt über die Stadt angeboten. „Komm, jetzt machen wir mal was und sitzen nicht nur rum“, formuliert sie die Intention. Auftakt soll um 16 Uhr in der Peter-Paul-Kirche sein, Abschluss-Party im Kub ab 20 Uhr. Dazwischen sind jeweils rund 40-minütige Darbietungen an den verschiedensten Orten geplant – von Bella-Donna bis Boart.

Am ersten Oktoberwochenende ist wieder „Ernte deine Stadt“ geplant. „Die Stadt hat ganz viele öffentliche Obstbäume. Was hier jeden Herbst an den Bäumen vergammelt ...“, bedauert Inken Kautter. Ein genaues Konzept dazu gebe es noch nicht.

„Saal im Sommer ist doof“, redet die Kulturmanagerin Klartext. Deshalb plant sie zwar kein Open-Air-Festival aber doch ein Konzert. „Wir machen einen schönen Sommerabend“, sagt sie: „Wir liebäugeln mit einem Kurpark-Konzert, aber das ist noch nicht geklärt.“ Ticos Orchester aus Hamburg wird auftreten – das steht fest.

Kultur ist fast ausschließlich eine Frage des Geldes. Inken Kautter: „Mit Standgebühren lässt sich die Infrastruktur eines Festes nicht finanzieren. Und wenn man schöne Veranstaltungen haben will, muss man was zutun.“ Ein Etat von gut 35  000 Euro ist da schnell verbraucht und lässt keine großen Spielräume.

 

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