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Stormarner Wochenschau : Urnen-Serenade und Steinzeit-Wette

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Bad Oldesloe erlebt eine steinstarke Aktion und Ahrensburg übt sich um BM-Wahlaskese.

Verlockend:

Stell dir vor, es ist Stichwahl, und keiner geht hin. Ganz so ist es in Ahrensburg nicht, aber die Dimensionen werden schnell klar, wenn man sich einfach nur Zahlen anschaut. Knapp 900 Stimmen trennen Amtsinhaber Michael Sarach und Möchtegern-Bürgermeister Christian Conring. Das klingt viel, aber das sind nicht mal sechs Prozent der Nichtwähler. 16  000 Ahrensburger, 60 Prozent der Wahlberechtigten, blieben im ersten Durchgang zu Hause. Andersherum: Wenn am 11. Oktober wieder nur 40 Prozent zur Wahl gehen, reicht es, jeden fünften Ahrensburger von sich zu überzeugen, um mit absoluter Mehrheit zu gewinnen. Das klingt doch verlockend, hat sich unserer Karikaturist gedacht und überlegt, womit man die Nichtwähler anlocken könnte. Oder besser nicht.

 

Yabba Dabba Doo!

Es war einmal ... in der Steinzeit. Da liefen wilde Kreaturen auf zwei Beinen gebückt durch die Wildnis, wohnten in Höhlen, schwangen Keulen und gaben merkwürdige Laute von sich. Ähnlich ging es gestern in Bad Oldesloe zu. Zwar liefen die Nachfahren – allen voran Bürgerworthalter Rainer Fehrmann und Bürgermeister Tassilo von Bary – nicht mehr gebückt und mit merkwürdigen Laute über den Marktplatz, erinnerten aber an Fred Feuerstein und Barney Geröllheimer. Sie zeigten sich formvollendet mit Woll- oder Fellkleid, mit Original-Speer (aus dem Heimatmuseum) und einer schweren Keule (selbst gebastelt). Zahlreiche Bürger taten es ihnen nach. Und Bauhof sowie „Erle“-Mitglieder (Projekt Erleben leben) zimmerten in Windeseile eine „Familie Feuerstein“-Heimstätte mit dem obligatorischen und rustikalen Holzgefährt. Das war die Oldesloe Aufgabe der R.SH-Challenge und eine Mordsgaudi. Die Stadtoberen haben sich vor den Radio-Karren spannen lassen, warum auch nicht? Ein bisschen Spaß muss sein! „Zusammen sind wir Bad Oldesloe“ und unschlagbar. Die Siegprämie wurde Erle gespendet. Schon allein deshalb hat sich die steinstarke Aktion gelohnt.

 

Nicht mal gut gemeint:

So richtig Spaß macht Joachim Wagner die Rolle des amtierenden Landrats zurzeit nicht. Als Vertreter des Kreises Stormarn war er mit der leisen Hoffnung nach Kiel gefahren, dass aus dem Paktes des Bundes für die Kommunen auch etwas bei den Städten und Gemeinden ankommt. Ist aber nicht. 670 Euro je Flüchtling und Monat zahlt der Bund künftig. Die behält aber das Land. Das hat bislang 70 Prozent getragen. Bei Kosten von rund 1000 Euro kann Kiel seinen Anteil nun aus der Berliner Kasse bestreiten. So ist das mit den Wohltätern: Sie geben gern, so lange es nicht ihr eigenes Geld ist.

 

 

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erstellt am 03.Okt.2015 | 22:00 Uhr

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