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Stormarner Tageblatt

23. Oktober 2017 | 01:39 Uhr

Sauber entsorgen : Untersuchung im Untergrund

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Bargteheide prüft die Schmutz- und Regenwasserleitungen auf Schäden. Privatleute können sich jetzt schon einklinken. 2025 müssen sie ihre Leitungen ohnehin überprüfen lassen.

Nach dem Wasserschutzgebiet im Süden untersucht Bargteheide jetzt den Norden auf Schäden in den Schmutz- und Regenwasserleitungen. Die Stadtverwaltung ist aber nur für die Leitungen auf öffentlichen Flächen verantwortlich. Auf privatem Grund sind die Hausbesitzer dafür zuständig. Bis zum Jahr 2025 müssen sie die Schmutzwasserleitungen überprüfen lassen, sonst droht ein Bußgeld. Festgestellte Schäden müssen bis dahin repariert werden. Das soll Grundwasser und Boden vor schädlichen Schmutzeinträgen schützen.

2016 umfasst das Untersuchungsgebiet das Stadtzentrum und den Norden. Es wird begrenzt von: Lübecker Straße im Westen, Theodor-Storm-Straße im Süden und der Bahnstrecke im Osten. Und hier können Hausbesitzer jetzt ohne Risiko Kosten sparen. Denn die von der Stadt beauftragte Firma Werner Vollert kann auch bei ihnen tätig werden. „Damit fallen keine Kosten für die Anfahrt an“, sagt Bauamtsleiter Jürgen Engfer. Die Firma hat ihren Sitz in Büdelsdorf.

Wenn sich mehrere Eigentümer zusammentun, wird es noch günstiger. Beim Beispiel eines fünf Meter langen Kanals mit Kontrollschacht kostet eine Einzelprüfung etwa 420 Euro, tun sich zehn Eigentümer zusammen, zahlt jeder nur etwa 240 Euro. Die Kosten sind abhängig von Leitungslänge und Verzweigungen.

Im Wasserschutzgebiet südlich Theodor-Storm-Straße, Wurth und Augusta-Stolberg-Straße sind die Überprüfungen bereits abgeschlossen. Bis 2019 soll auch der Norden abschnittsweise folgen, zuletzt die Neubaugebiete an der Kornmühle und Trabrennbahn. Insgesamt geht es um 60 Kanalkilometer. Dieses Jahr werden rund 750 Anschlusskanäle geprüft.

„Wir haben für die Sanierung des Kanalnetzes in diesem Jahr 260  000 Euro im Haushalt eingeplant“, sagt Engfer. Weitere 50 000 Euro sollen die Überprüfungen und Spülungen auf städtischem Gebiet kosten. Sie werden von der AbaG beauftragt, der Abwasserentsorgung Bargteheide GmbH. Sie ist mehrheitlich eine Tochter der E.on. Die Stadt, Delingsdorf, Bargfeld-Stegen und das Amt Bargteheide sind Anteilseigner.

Mit ferngelenkten Kameras werden die Kanäle untersucht. Sie werden von den Kontrollschächten aus gesteuert. Sollte es keinen Schacht auf dem Grundstück geben, kann es komplizierter werden. Vor einer Kamerafahrt müssen Leitungen mit Hochdruck gespült werden. Wer noch keine Rückstauklappe fürs Abwasser besitzt, sollte den Einbau erwägen. „Sie ist in der Satzung der AbaG ohnehin vorgeschrieben“, so Engfer. Wer seine Leitungen schon jetzt überprüfen lässt, hat dadurch keine Nachteile zu erwarten.

In Wohngebieten im Norden ist das nur alle 30 Jahre nötig, und diese Frist beginnt erst 2025. Bis dahin bleibt auch Zeit für Sanierung. Im Wasserschutzgebiet und den Gewerbegebieten gelten 15 Jahre Frist. Im Wasserschutzgebiet haben die Sanierungen begonnen, dort ist die Frist abgelaufen. Im Amselweg laufen sie zurzeit, für die Lindenstraße, Eckhorst und Hasselbusch laufen Ausschreibungen. Die Regenwasserkanäle sollen folgen. „Bei der Katastererstellung vor zehn Jahren wurden erhebliche Schäden festgestellt“, so Engfer. Die Sanierungskosten werden auf sieben Millionen Euro geschätzt. Untersuchungen beginnen am 2. Mai im Astrid-Lindgren-Weg und werden bis zum kommenden Juli fortgesetzt. Der Zeitplan kann auf der Internetseite der Stadt eingesehen werden. Der Link auf der Startseite heißt „Einwohnerinformation zur Dichtigkeitsuntersuchung von Schmutzwasserhausanschlussleitungen“. Dort finden sich weitere Links zur Kanaluntersuchung.

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