zur Navigation springen
Stormarner Tageblatt

17. Oktober 2017 | 22:30 Uhr

Unterbringung wird immer schwieriger

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Steigende Flüchtlingszahlen belasten zusehends Städte und Gemeinden

shz.de von
erstellt am 19.Aug.2015 | 15:53 Uhr

Für die Gemeinden in Schleswig-Holstein wird die Unterbringung von Flüchtlingen immer mehr zu einem Kraftakt. „ In den Rathäusern gibt es Beschäftigte, die machen nichts anderes mehr als nach neuen Wohnungen zu suchen. Selbst kleine Kommunen haben bis zu 30 Mietverträge für Einfamilienhäuser, Doppelhäuser oder Wohnungen laufen“, berichtet der Chef des schleswig-holsteinischen Gemeindetags, Jörg Bülow: „Andere werden gleich Bauherr und errichten Neubauten für die Flüchtlinge, weil der örtliche Wohnungsmarkt leergefegt ist.“

Wie hoch der Druck ist, zeigt auch das Beispiel der Landeshauptstadt Kiel: Dort werden Flüchtlinge vorübergehend sogar in Hotels untergebracht. „ Es werden alle Register gezogen“, sagt Bülow, der davon überzeugt ist dass die meisten Bürgermeister – „auch wenn es enorme Kraft kostet“ – die Situation im Griff haben und der Norden von Verhältnissen wie in Baden-Württemberg noch weit entfernt ist, wo Bürgermeister die Beschlagnahme von Wohnraum nicht mehr ausschließen. Zu bedenken gibt er allerdings, dass die Flüchtlingszahlen selbst auf dem aktuell hohen Niveau nicht stabil sind, sondern weiter steigen werden.

Erst gestern korrigierte Innenminister Thomas de Maizière seine Prognosen vom April. Nicht 300  000, sondern vermutlich 700  000 Asylbewerber werden 2015 kommen. Zudem stehen laut Landesregierung die traditionell zuwanderungsstarken Monate September, Oktober und November noch bevor.

Zwar werden Neuankömmlinge zunächst in den Erstaufnahmestellen untergebracht. Doch dort können sie derzeit nach Auskunft des Kieler Innenministeriums nur zwei Wochen bleiben, bevor sie aus Platzmangel auf die Kommunen verteilt werden. Nur selten landen sie dann in Sammelunterkünften – etwa in Kiel in einem Containerdorf. In Bad Oldesloe soll das ehemalige Schwesternwohnheim umfunktioniert werden.

Die Masse der Asylbewerber wird dezentral untergebracht. „Das ist ohne Zweifel für die Kommunen besonders belastend – jeder Bürgermeister ist bei uns gefordert und muss sich um Flüchtlinge kümmern. Doch dieser Kraftakt hat auch etwas Gutes“, ist Bülow überzeugt: „Durch die dezentrale Unterbringung gibt es keine Zusammenballung von Asylbewerbern und keine Probleme, wie wir sie aus anderen Bundesländern hören.“ Politik/Standpunkt Seite 2

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen