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Stormarner Tageblatt

17. August 2017 | 01:51 Uhr

Bad Oldesloe : Unter die Räder gekommen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die neuen Pläne für die Robert-Koch-Straße fallen bei den Eigentümern durch. Also geht es wieder zurück zur Dezembervariante.

Manchmal haben es Politik und Verwaltung aber auch nicht leicht mit ihrem Bestreben, es den Bürgern möglichst Recht zu machen. Die Sanierung der Robert-Koch-Straße ist dafür ein Beispiel.

„Die Straße ist in einem Zustand, dass sie mal überarbeitet werden muss“, machte Bauamtsleiter Thilo Scheuber deutlich. Das ist auch unstrittig. Nur wie? Erste Planungen wurden den Bauausschussmitgliedern im November vorgestellt, im Dezember wurden die Grundeigentümer informiert. Bei dieser Versammlung kamen Fragen beziehungsweise Änderungswünsche auf. Die sind von den Planern in einem neuen Entwurf verarbeitet worden.

Bauausschuss-Vorsitzende Maria Herrmann (SPD) hatte die Idee, die nächste Bürgerinformationsrunde mit dem Bauausschuss zu kombinieren. „Dann reden alle in der selben Sitzung und alle bekommen die Stimmung mit“, so ihr Argument. Eine Sichtweise, die von den anderen Ausschussmitgliedern mitgetragen wurden, einstimmig wurde den Bürgern zum Tagesordnungspunkt Rederecht eingeräumt.

Das wurde dann auch ausgiebig genutzt, nachdem der Bauamtsleiter die neue Planung vorgestellt hatte. In der ersten Inforunde war von den Eigentümern gefordert worden, die Fahrbahn zu verbreitern. Dem Wunsch haben die Planer entsprochen. Dafür soll der rechte Bürgersteig schmaler werden. Um eine normgerechte Beleuchtung hinzubekommen, muss die Zahl der Straßenlampen von neun auf 16 erhöht werden. Ein paar Parkplätze werden verschoben, zwei müssen gestrichen werden. Parkplätze sind in der Robert-Koch-Straße Mangelware – Krankenhaus-Angestellte und Lehrer parken alles zu. Deshalb fordern die Bewohner Anlieger-Parkausweise. Die wird es allerdings, nach Rücksprache mit der Verkehrsaufsicht, nicht geben.

Doch jetzt war plötzlich alles ganz anders. Einige Anlieger regten an, rechtsseitig ganz auf einen Fußweg zu verzichten. Während andere meinten, gerade der rechte Bürgersteig müsse bleiben und sogar mit einem Hochbord geschützt werden. Denn das sei die Seite, die von vielen Senioren aus dem Heim mit Rollator genutzt werde. Tiefe Spurrillen zeugen davon, dass Müllfahrzeuge und Liefer-Lkw für das Altenheim schon jetzt fleißig den linken Bürgersteig überfahren. Als dritte Variante kam deshalb ins Spiel, beide Bürgersteige gleich breit anzulegen, aber den rechten mit Hochbord, den linken abgesenkt – dann könnte dieser im Bedarfsfall befahren werden. Die Varianten 1 und 3 erhielten bei einer Abstimmung unter den Grundbesitzern annähernd die gleiche Stimmenzahl, mit einer knappen Mehrheit für den Vorschlag mit zwei gleich breiten Fußwegen – annähernd so, wie er bereits im November vorgestellt worden war. Die Planung wird also nochmals überarbeitet und auf einer der nächsten Sitzungen beschlossen.

Die Straßensanierung wird nach bisheriger Schätzung 850  000 Euro kosten. Davon müssen die Anlieger 85 Prozent bezahlen.

 

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 11.Mär.2015 | 06:00 Uhr

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