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Stormarner Tageblatt

19. August 2017 | 19:14 Uhr

Bad Oldesloe : Unmut über Blitzerdebatte

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Tagesordnungspunkt war nicht vom Landrat oder seinem Stellvertreter freigegeben worden. Großhansdorfer fordern eine stationäre Anlage.

Soll der Kreis eine oder vielleicht sogar mehrere feste Blitzeranlagen anschaffen? Die Verwaltung hatte das Thema in den Verkehrsausschuss gebracht – was bei den Ausschussmitgliedern für großen Unmut sorgte. „Ich habe so etwas in den letzten 20 Jahren hier nicht erlebt“, erregte sich Joachim Wagner (CDU): „Wer hat das veranlasst? Woher kommt das? Wir als Politik geben den Auftrag.“ Und der Landrat könne das kaum freigegeben haben, weil er im Urlaub ist, „und ich vertrete ihn“, so Wagner.

Auch Ausschussvorsitzender Lukas Kilian (CDU) zeigte sich verwundert. „Die verkehrspolitischen Sprecher der Fraktionen hatten nach einer Analyse des Ist-Zustands gefragt. Wie ausgelastet ist die mobile Anlage, gibt es besondere auffällige Punkte bei Messungen? Und so weiter. Das hätten wir gerne gewusst. Das hat mit dieser Vorlage nichts zu tun“, so Kilian. „Anja Kühl hat das als Leiterin des Fachbereichs Ordnung veranlasst. Der Landrat hat das nicht freigegeben“, erläuterte Fachdienstleister Ingo Lange.

Für feste Blitzeranlagen seien seiner Kenntnis nach bestimmte Rahmenbedingungen notwendig, so Joachim Wagner: „Uns ist vor wenigen Wochen der Polizeibericht vorgelegt worden Da hieß es eindeutig, dass es keine Unfallschwerpunkte in Stormarn gibt. Doch die sind ein wichtiger Faktor für stationäre Blitzeranlagen.“

Anwohner aus Großhansdorf sahen das anders. Sie wünschen sich einen festen Blitzer am Ostring bei der Einbiegung An der Eilshorst. „Messungen des LBV haben ergeben, dass viele dort nicht die 60 km/h fahren“, sagt Lange.

Wenn der Kreis einen feste Blitzanlage beschaffe, solle sie „aber auch wirklich der Verkehrssicherheit dienen und nicht die Kreiskasse füllen“, sagte Joachim Germer (Grüne). Das spreche sich rum und damit „machen wir nur Werbung für Software, die vor den Blitzern warnt.“ Auch Wagner fand, dass ein häufigerer Einsatz mobiler Blitzer sinnvoller sei.

Die mobile Geschwindigkeitsmessanlage des Kreises wird an ungefähr 220 Stellen eingesetzt. Ein Betrieb rund um die Uhr sei nicht möglich, weil zwischendurch die Akkus mal geladen werden müssen. Zusätzlich werden Orte angefahren, wo sich Anwohner beschwert hätten. Dabei stelle sich aber immer mal wieder heraus, dass es nur „gefühlte Geschwindigkeitsüberschreitungen sind“, heißt es aus der Verwaltung.

Dass der Ostring kein Unfallschwerpunkt sein solle, wollen die Großhansdorfer so nicht stehen lassen. Im vergangenen Jahr habe es Unfälle gegeben, die viel schlimmer hätten ausgehen können. „Ich finde, wir können das nicht so vom Tisch wischen. Das Thema hat sich für mich nicht erledigt“, sagte Jürgen Weingärtner (SPD): „Wir hätten uns gerne mit Frau Kühl und Herrn Lange in der Fraktion zu dem Thema hingesetzt, das ist aber erst für den Sommer angedacht. Offenbar bringt das Engagement der Bürger das aber gerade in ein anderes Fahrwasser“, so Weingärtner.

Das beurteilte Wagner anders: „Ich sehe da gar keinen Diskussionsansatz. Was kostet so eine Anlage? Was kostet ihre Instandhaltung? Wenn 20 Dörfer kommen und so eine Anlage wollen, dann herzlichen Glückwunsch.“

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