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Feuer in Stormarn : Unheimliche Serie: Immer wieder brennen Strohballen

vom
Aus der Onlineredaktion

In der Nacht zu Mittwoch werden 500 Strohballen in Elmenhorst zerstört. Nicht das erste Mal. Ein Rückblick auf das, was seit 2013 in Stormarn und Lauenburg geschah.

shz.de von
erstellt am 08.10.2014 | 14:45 Uhr

Seit Oktober 2013 kommt es im Kreis Stormarn und im Kreis Herzogtum Lauenburg immer wieder zu Bränden. Vor allem sind es brennende Strohballen, die die Feuerwehr beschäftigen. Erst in der Nacht zu Mittwoch brannten in Elmenhorst bei Bargteheide mehr als 500 Strohballen nieder. Im September waren es in Geesthacht drei Lagerflächen für Strohballen, die niederbrannten. Die Polizei konnte damals zwei Männer festnehmen. Beide legten ein Geständnis ab. Nicht nur für die Brandstiftung in Geesthacht.

Der 22-Jährige aus Reinbek und der 20-Jährige aus Kröppelshagen räumten ein, für eine Serie von insgesamt 14 Brandstiftungen verantwortlich zu sein. Das erste Feuer legten sie am 27. August 2014. Auf ihr Konto gehen folgende Taten: drei Strohballenbrände in Geesthacht sowie der Brand einer Kleingartenlaube und ein brennender Papiercontainer in Schwarzenbek. Außerdem gestanden sie, dass sie Wohnmobile und -wagen in Großhansdorf, Reinbek und bei Zarrentin (Mecklenburg-Vorpommern) anzündeten. Außerdem sollen sie für sieben weitere Brände im Kreis Herzogtum Lauenburg verantwortlich sein.

Ein Zusammenhang mit der Brandserie im Raum Ahrensburg im Kreis Stormarn bestehe nach derzeitigen Erkenntnissen nicht, sagte ein Polizeisprecher im September. Das bedeutet: Der Schrecken ist noch nicht vorbei. Was die Feuerwehr seit 2013 vor allem in Stormarn in unregelmäßigen Abständen zu leisten hat, beweist eine Auswahl an Einsätzen. Die Videos zeigen die ganze Kraft der Feuer.

Die beteiligten Einsatzkräfte werden vor allem den 31. Oktober 2013 nicht vergessen. Sie kommen in dieser Nacht nicht zur Ruhe. Zunächst brennen mehrere hundert Strohballen am Ahrensburger Redder. Wenige Stunden später folgt schon der nächste Alarm.

Ein paar Wochen später, am 26. November 2013, brennt eine Werkstatthalle in Bad Oldesloe. Unbekannte legten ein Feuer an einem Wohnmobil, das dann auf die Halle überschlägt. Von den Tätern keine Spur.

Die unheimliche Feuerserie versetzt die Menschen auch kurz nach dem Jahreswechsel in Angst und Schrecken. Am 18. Januar brennen erneut Strohballen. Die Brandstifter zünden bei Ahrensburg in der Nacht etwa 500 Stück an. Die Hitze des Feuers ist so groß, dass die Feuerwehr ihre Einsatzfahrzeuge mit Wasser kühlen müssen. Und zwei Tage später brennt es an gleicher Stelle erneut.

Nicht nur in der Nacht sind der oder die Feuerteufel aktiv. Am 23. Februar legen sie in Hammoor in Stormarn ein Feuer am hellichten Tag. Erneutes Ziel: Ein Strohballen-Lager.

Mitte Juni trifft es einen Landwirt in Hammoor zum dritten Mal. Wieder brennen Strohballen.

Die zwei am Montag festgenommen Männer sind unter anderem für die Brandstiftung eines Wohnmobils in Großhansdorf verantwortlich. Das gaben sie bei der Vernehmung zu. Folgendes unkommentiertes Video zeigt, wie die Feuerwehrkräfte das Feuer im September löschen und welchen Lautstärkepegel solch ein Feuer auslöst:

Die Sorge in der Bevölkerung wächst. Vor allem in Stormarn. Allein in Ahrensburg brannten in der Zeit von Januar bis zum Sommer mehr als 10 Fahrzeuge. Aber eben nicht nur Autos, auch Strohballen brennen immer wieder. Erst in der Nacht zum 22. September brennt auf einem Feld im Ahrensburger Stadtteil Ahrensfelde ein Lager. Genau an der Stelle, an der bereits am 18. und 20. Januar schon einmal mehrere hundert Strohballen in Flammen standen.

Die Polizei schließt bei einem Großteil der Brände Brandstiftung nicht aus. Aber: Derzeit lägen keine konkreten Hinweise dafür vor, dass eine einzelne Person oder Gruppe für die Feuer verantwortlich ist. Zur Aufklärung der Brände richtete die Kriminalinspektion Bad Oldesloe eine Ermittlungsgruppe mit vier Beamten ein.

Trotz der Ermittler kommt es im Oktober erneut zu einem Feuer. In Elmenhorst bei Bargteheide brennen in der Nacht zum 8. Oktober mehr als 500 Strohballen nieder. Die Feuerwehr kann die Ballen nicht mehr retten, sondern nur noch dafür sorgen, dass sie kontrolliert niederbrennen. Der Schaden wird auf rund 15.000 Euro geschätzt.

Wieder brannten in Stormarn Strohballen. Die Feuerwehrleute ließen das Feuer kontrolliert abbrennen.
Wieder brannten in Stormarn Strohballen. Die Feuerwehrleute ließen das Feuer kontrolliert abbrennen. Foto: rtn
 
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