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Nachwehen von "Xaver" in Großhansdorf : Unglücks-U-Bahn geborgen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Aufwändige Aktion: 200-Tonnen-Kran muss Triebwagen von der beschädigten Brücke heben. Auch wenn die Gleise wieder frei sind, muss erst ein Statiker über die Freigabe der Strecke entscheiden.

Zwei Tage nach dem Bahnunfall auf der Brücke am Wöhrendamm in Großhansdorf ist der demolierte Triebwagen geborgen worden. Die Aktion war von der Hamburger Hochbahn geplant und seit dem Unfall am Donnerstag während des Sturmtiefs „Xaver“ vorbereitet worden und lief absolut perfekt ab. Auch das Zeitfenster für die Bergung und die damit verbundene Vollsperrung des Wöhrendamms passten perfekt. Großhansdorfs Bürgermeister Jan-Hinnerk Voß zeigte sich hochzufrieden über den Verlauf der nicht einfachen Bergung und lobte die Mitarbeiter von Hochbahn und Bergungsunternehmen, die einmal mehr gezeigt hätten, dass sie ihr Handwerk verstünden und lobte auch die gute Zusammenarbeit der Hochbahn mit der Gemeinde Großhansdorf.

Etwa 20 Mitarbeiter verschiedener Abteilungen der Hamburger Hochbahn hatten seit dem Unfall am Donnerstagabend um 23.41 Uhr, als die U-Bahn erst in eine auf dem Gleis liegende dicke Buche raste, daraufhin aus den Schienen sprang und mit der Brücke über den Wöhrendamm kollidierte. Die Vorbereitungen liefen am Freitag komplett im Gleisbett am Zug ab, ehe am Sonnabend dann in Absprache mit den Behörden der Wöhrendamm für den Fahrzeugverkehr komplett gesperrt wurde. Oben auf dem Gleis hatten die Mitarbeiter der U-Bahn-Technik immer noch alle Hände voll zu tun, um die beiden zusammengehörigen Waggons voneinander zu trennen. Außerdem musste das demolierte Drehgestell des Triebwagens irgendwie an der Karosserie befestigt und gesichert und das zweite Drehgestell vom Triebwagen gelöst werden. Sicherheit war oberstes Gebot und so dauerte es bis zum Nachmittag, ehe der Triebwagen endlich am Haken des 220 Tonnen Autokrans hing. Den hatten Kranführer Jörg Neuhaus von der Firma Schulz Krane Hamburg seit 10 Uhr am Morgen an der Brücke in Stellung gebracht.

Auf der Brücke bereiteten Bergungsspezialisten der Hamburger Firma Griebel und Mahncke den Triebwagen für den Transport vor. Viele Schaulustige hatten sich auf den Weg zur Bahnbrücke am Wöhrendamm gemacht, bewaffnet mit Fotoapparaten und Videokameras, um die Arbeiten zu verfolgen und für das private Archiv festzuhalten. Doch für die Hobbyfilmer wie auch für die wartenden Journalisten wurde das Unternehmen „U-Bahn-Bergung“ zu einer Geduldsprobe. Um 14.07 Uhr war es endlich soweit. Kranfahrer Jörg Neuhaus bewegte seinen Joystick und mit einem Knacken und Knirschen hing Sekunden später der 13 Meter lange und knapp 20 Tonnen schwere Triebwagen in der Luft. Es dauerte nur 15 Minuten, bis das Gefährt auf dem bereitstehenden Tieflader stand. Trotz der räumlichen Enge brach noch nicht einmal ein Ast von den beiderseits der Straße nah beieinander stehenden Bäumen ab.

Kein Wunder, dass auch Dr. Christoph Levin, U-Bahn Chef der Hamburger Hochbahn, nicht nur beeindruckt sondern auch hoch zufrieden war. „Wenn alles gut geht, könnte am Montag zu Beginn des Berufsverkehrs die Strecke wieder frei sein“, sagte Levin im Gespräch mit dem Stormarner Tageblatt. Bis dahin seien allerdings noch einige Arbeiten im Gleisbett und an der elektrischen Anlage zu erledigen. Bis ein Statiker mit der Auswertung der Brückenuntersuchung fertig ist, fahren Busse im gleichen Takt wie die U-Bahn in diesem Bereich. Der U-Bahn-Chef geht davon aus, dass die Bahn die Brücke zwar vorläufig, aber nur mit Langsamfahrt passieren dürfe.

 

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