Rohlfshafen : Unfall-Bahnübergang war offen – Ermittler weiter auf Spurensuche

Da gab es nichts mehr zu retten: Eine 56-Jährige kam mit ihrem Ford vor den Zug und wurde 500 Meter mitgeschleift.
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Da gab es nichts mehr zu retten: Eine 56-Jährige kam mit ihrem Ford vor den Zug und wurde 500 Meter mitgeschleift.

Auch zwei Monaten nach dem schrecklichen Unfall am Rohlfshagener Bahnübergang ist immer noch nicht klar, wie es dazu kommen konnte. Den Ermittlern scheint sicher, dass die Schranke hoch war, das Lichtsignal aber rot zeigte.

Andreas Olbertz. von
17. Januar 2015, 08:00 Uhr

Gut zwei Monate nach dem schrecklichen Unfall am Bahnübergang Rohlfshagen, bei dem eine 56-Jährige mit ihrem Auto von einem Regionalexpress erfasst, 500 Meter mitgeschleift und getötet wurde, kommt die Aufklärung nur langsam voran.

„Es verdichtet sich, dass es Rotlicht gab und die Schranke trotzdem offen war“, erklärte der Lübecker Oberstaatsanwalt Günter Möller gestern auf Nachfrage. Das hatten Zeugen bereits unmittelbar nach dem Unfall berichtet. „Dass das möglich ist, will einem nicht einleuchten“, räumt Möller ein: „Ob das eine technische Fehlfunktion war oder von Menschenhand herbeigeführt, das muss weiter geprüft werden. Wir haben noch kein abschließendes technisches Gutachten.“ Das werde voraussichtlich erst innerhalb eines Monats vorliegen. Folglich ließen sich auch zur Schuldfrage momentan noch keinerlei Aussagen machen. Der Zugführer habe sich mittlerweile gegenüber seinem Arbeitgeber geäußert. Möller: „Technische Untersuchungen haben ergeben, dass er sich an die erlaubte Geschwindigkeit gehalten hat.“ Der diensthabende Streckenposten jener Nacht hat noch nicht ausgesagt. „Es wird von der Polizei geprüft, ob er aussagen möchte“, so der Oberstaatsanwalt.

Seit einem Blitzeinschlag im April 2013 gibt es am Bahnübergang Rohlfshagen nur ein Provisorium. Anfangs sicherten Streckenposten den Bahnübergang mit Flatterband, später wurde eine provisorische Schrankenanlage installiert. Kurz vor dem tragischen Unglück war mit dem Bau der neuen, endgültigen Schranken begonnen worden. Bis Ende des Monats soll die Anlage nach Angaben einer Bahnsprecherin fertig sein, in der ersten Februarwoche könnten dann Abnahme und endgültiger Betrieb erfolgen.

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