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Feuer in Ahrensfelde : Und täglich brennen Ballen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

In der Nacht zum Montag haben schon wieder hunderte Rundballen in Ahrensfelde gebrannt. An Brandstiftung zweifelt inzwischen niemand mehr.

shz.de von
erstellt am 20.Jan.2014 | 18:56 Uhr

Im Ahrensburg werden die Strohballen knapp. Im Stadtteil Ahrensfelde haben in der Nacht zu gestern schon wieder Rundballen gebrannt. Ein Autofahrer auf der A 1 hatte auf Höhe des Parkplatzes Ellerbrock den Feuerschein gesehen und den Notruf gewählt. Die etwa 100 Meter lange Rundballenmiete stand bei Eintreffen der Einsatzkräfte im Vollbrand.

„Da ist nichts mehr zu machen“, sah Einsatzleiter Peter Körner sofort. „So langsam gehen uns hier die Rundballen aus“, kommentierte der Ahrensfelder Ortswehrführer sarkastisch den erneuten Großbrand. Er hält es für durchaus möglich, dass die Feuer aus aus wirtschaftlichen Gründen gelegt werden: Um den Preis hoch zu treiben. Das Feld war nur einen Kilometer vom Brandort eine Nacht zuvor entfernt. Wie bei den vorherige Bränden blieb der Feuerwehr nichts anderes übrig, als die 700 Ballen in einem stundenlangen Einsatz kontrolliert abbrennen zu lassen. Lediglich die im Knick stehenden Eichen wurden durch Löschwasser geschützt.

Vor einer Woche waren auf einer Koppel am Starweg hunderte Rundballen verbrannt, in der Nacht zum Sonntag waren der oder die Brandstifter am Ahrensburger Redder unterwegs. „Wir haben keine Lust mehr“, brachte es Ahrensburgs Ortswehrführer Florian Ehrich auf den Punkt: „Wir können auch nicht mehr, das zehrt unheimlich an unseren Kräften.“

Die Ahrensburger müssen immer mit ausrücken, weil die Ahrensfelder nur über ein Löschfahrzeug verfügen. Und da die Brandorte außerhalb sind, müssen auch jedes mal einige hundert Meter Schlauchleitung für die Wasserversorgung gelegt werden. Wirklich löschen kann man Stroh allerdings gar nicht, höchstens die Flammen ersticken, wozu aber ein Unmenge Schaum nötig wäre. Und das Stroh wäre auch dann nicht mehr verwendbar. Also lässt man es kontrolliert abbrennen, so dass am Ende möglichst nur Asche übrig bleibt. Das hält die Aufräum- und Entsorgungskosten gering. „Ein Rundballen wird im Schnitt mit 30 Euro gehandelt, “ so Peter koll, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands. Den Sachschaden allein durch die Brände in den letzten Wochen schätzt die Polizei auf rund 60 000 Euro.

Die Kripo hofft auf Zeugen, denen vielleicht ein Fahrzeug aufgefallen ist. Die Brandorte liegen immer relativ nah an Straßen oder Feldwegen. „Da kann man gut heran- und auch wieder wegkommen. Schließlich dauert es eine ganze Zeit, bis das Stroh lichterloh brennt,“, sagt Michael Metzler von der Kripo Ahrensburg: „Das ist äußerst schwierig zu ermitteln. Da müsste man schon jemand auf frischer Tat zu erwischen.“ Aufstecken will man deshalb aber nicht. „Wir überlegen, welche gezielten Maßnahmen wir durchführen können und haben einiges im Hinterkopf“, so Metzler. Auch Florian Ehrich hofft, „dass wir in Zusammenarbeit mit der Polizei zu Lösungen kommen.“

Die Landwirte, die noch Strohmieten auf den Feldern liegen haben, versuchen den Tätern durch die Installation von Kameras auf die Spur zu kommen. In der letzten Nacht hätte das fast geklappt. Der Landwirt hatte sich zwei Wildkameras von einem Kollegen besorgt, konnte sie aber nicht installieren: Der Freund wollte am Montag vorbeikommen und das erledigen.

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