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Stormarner Tageblatt

20. Oktober 2017 | 09:51 Uhr

Und plötzlich waren die ganzen Bäume weg

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Fällaktion an der Feuerwache erregt Gemüter in Jersbek / Bürgermeister: Beschluss und Genehmigung liegen vor

shz.de von
erstellt am 04.Feb.2015 | 13:02 Uhr

Gerd-Wilhelm Nuppenau traute seinen Augen nicht, als er Samstag an der Feuerwache am Gemeindezentrum, Langereihe, vorbeikam. Wo einst alte Eichen, eine amerikanische Roteiche, Rotbuchen und Hainbuchen standen, sind nur noch Baumstümpfe zu sehen. Der Mischbestand gehörte zum ehemaligen Schulwald. „Die gesunden Bäume müssen in einer Nacht- und Nebelaktion gefällt worden sein“, vermutet der frühere Bürgermeister. Die Setzlinge waren in den 1960er Jahren von Schülern und anderen dort gepflanzt worden. Die Fällung sei ein Unding.

„Die Bäume waren ortsbildprägend und ein Stück Erinnerung“, ärgert sich Nuppenau: „Eine herzlose und sinnlose Aktion“, sagt er mit Blick auf die Gemeinde. Und mit seiner Kritik steht er nicht allein, wie er betont. Auch Naturbursche Wolfgang Burow, der für den Barockpark stetig im Einsatz ist, war anfangs wütend. Doch nach einem Gespräch mit Bürgermeister Herbert Sczech sah er klarer. „Der wusste nichts von der Baum-Historie“, so Burow. Er habe sich bei mir entschuldigt und versichert, neue Bäume zu pflanzen. „Für mich ist die Sache damit erledigt.“

Herbert Sczech sagt auf Anfrage: Die Fällung durch eine Landschafts- und Gartenbaufirma sei keine Nacht- und Nebelaktion gewesen. Ein Beschluss des Bau- und Umweltausschusses liege vor, ebenso eine Fällgenehmigung der Unteren Landschaftspflege-Behörde – unter der Auflage, Ersatzpflanungen vorzunehmen. Insgesamt Elf Bäume mussten weichen, um Platz für die Baustellenzufahrt im Zuge des geplanten An- und Neubaus am Gemeindezentrum zu schaffen. Später soll dieser Bereich der neuen Feuerwehr als An- und Abfahrtmöglichkeit dienen. Hätte man das nicht auch anders regeln können?, fragt Gerd-Wilhelm Nuppenau.

Sobald die Witterung es zulässt, geht es mit der Baumaßnahme los. Der vorhandene Saal werde in der Länge um acht Meter erweitert, so Sczech, und der Bühnenbau verbessert. Zudem komme ein Lagerraum für Sport und Theaterkulissen hinzu. Der Neubau beinhalte einen Mannschafts- und Aufenthaltsbereich für Sportler, einen kleinen Saal und Sanitäranlagen. Wenn das Eine-Million-Euro-Projekt umgesetzt sei, komme die Feuerwache dran, merkt Sczech an.

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