Stormarner Wochenschau : Und der Peinlich-Pokal geht an . . .

 Karikatur: Wiedenrotj
Karikatur: Wiedenrotj

Lichterglanz, Bienenfleiß und sonderbare Argumente sorgten für Gesprächsstoff

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02. November 2013, 13:45 Uhr

Peinlich

Irgendwie will einem kein anderes Wort einfallen für das, was sich um die Weihnachtsbeleuchtung abspielt. 2012 war Bad Oldesloe besonders peinlich, in diesem Jahr ist es Ahrensburg. Das Wir-Gefühl wollte man stärken, als man 2011 mit großem Brimborium die Aktion „Ein Stern, der deinen Namen trägt“ startete. Ahrensburger Promis wie Axel Zwingenberger und Horst Schroth unterstützten den Start, der Bürgermeister rührte die Werbetrommel, kaufte selbst einen Stern und sagte zu, dass die Stadt das Auf- und Abhängen übernehmen werde. Nicht nur Wohlhabende, auch Wohlmeinende zahlten 350 Euro, um ihren Namen oder den Namen ihrer Kita fünf Jahre auf einem leuchtenden Stern zu sehen. In nur drei Jahren ist aus dem Wir-alle ein Nicht-mit-mir geworden. Die Politik sieht Weihnachtsbeleuchtung nicht als ihre – öffentliche – Aufgabe und verweigert 0,3 Promille des Haushalts, der Bürgermeister verweist darauf, dass man ja schon für Strom zahle, das Stadtforum findet die Bauhof-Rechnungen völlig überhöht. Und die Sponsoren, die einen Stern „gekauft“ hatten? Die bekommen ihn zurück, wenn es keine Einigung gibt. Sie können ihn ja im Garten aufstellen. Oder im Wohnzimmer. Das spart 40 Euro für die Tanne und hilft dann ja auch irgendwie der Umwelt.

Bienenfleiss

Tue Gutes und rede lieber nicht darüber. Zumindest sollte es niemand „vom Amt“ erfahren. Ein Hobby-Imker hatte in Siek in einer Ecke eines Maisfeldes einen Unterstand für seine Bienenkörbe errichtet. Theoretisch mit Genehmigung des Eigentümers, aber dem gehörte diese Ecke schon gar nicht mehr. So kam Post vom Amt wegen unerlaubten Errichtens einer baulichen Anlage, die wieder entfernt werden müsse. Immerhin: Nach einem Widerspruch und dem Hinweis auf die ökologische Bedeutung von Bienen konnte man sich einigen. Der Imker darf weiter imkern, musste als Ausgleich für seinen Umweltfrevel aber einen Baum pflanzen – und 159 Euro für den Verwaltungsakt berappen. Irgendwie hätte man sich da tatsächlich etwas weniger Bienenfleiß in den Amtsstuben gewünscht.

Argumente

Haushaltssperre in Bad Oldesloe, Haushaltssperre in Barsbüttel, aber ein dickes Plus beim Kreis Stormarn, sowohl in der Abrechnung als auch in der Vorausschau auf 2014. Da lässt sich die Kreispolitik nicht lumpen und stellt den Kommunen eine Senkung der Kreisumlage in Aussicht. Die CDU ist mit einem Prozent erstmal doppelt so vorsichtig wie SPD und Grüne, aber kompromissbereit. Also alles schön und gut? Nicht ganz. Wer jetzt senkt, denkt vielleicht schon an die Erhöhung 2015. Wenn die Landesregierung ihre Pläne zum kommunalen Finanzausgleich umgesetzt, kostet das Stormarn viele Millionen. Die kann sich der Kreis nur bei den Kommunen wiederholen. Und wenn man gesenkt hat, lässt sich doch viel besser für eine Erhöhung argumentieren.
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