Bad Oldesloe : Umjubelte Uraufführung

Der Kulturhof hinter dem Bürgerhaus bildet wieder die ideale Bühne und Kulisse für ein Stück von Badomat.  Fotos: Olbertz
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Der Kulturhof hinter dem Bürgerhaus bildet wieder die ideale Bühne und Kulisse für ein Stück von Badomat. Fotos: Olbertz

Tosender Beifall für das Ensemble von „1848 – Freiheit für Oldesloe“. Das Publikum lobte vor allem die Aktualität des Stücks

Andreas Olbertz. von
16. Mai 2015, 06:00 Uhr

Die äußeren Bedingungen hätten gestern Abend nicht besser sein können: Ein anfangs lauer, später kalter aber trockener Abend, optimale Voraussetzung für eine gelungene Open-Air-Aufführung im Kulturhof. Die Besucher strömten zur Welt-Uraufführung von „1848 – Freiheit für Oldesloe“.

Von Beginn an gibt es Szenenapplaus, die Pointen zünden – die neuste Inszenierung des Vereins „Bad Oldesloe macht Theater“ (Badomat) funktioniert nicht nur, sie kommt sogar sehr gut an – von der ersten Sekunde an.

Mit Sven Lenz hatten die Theatermacher den Regisseur und Autoren verpflichtet, der „Marke Bölck“ 2011 zum Erfolg geführt hatte. „70 bis 80 Prozent der Beteiligten kannte ich ja bereits“, sagt der Regisseur, trotzdem sei für jede Rolle zwar kein Casting, doch aber Leserunden veranstaltet worden. Mit überraschenden Ergebnissen. Sven Lenz: „Ich hätte bei der Rolle des Schythe vorher überhaupt nicht an Harry Mähl gedacht, aber er war einfach der Beste, der Überzeugendste dafür.“ Mähl spielt den legendären Oldesloer Verleger Julius Schythe, der den Vorläufer des Stormarner Tageblatts heraus brachte. Pressefreiheit? Die gibt es 1848 noch nicht. Schythe bekommt auf der einen Seite Druck von seinem Chefredakteur Franz Coch (Michael Wirtz), der ihn bedrängt, politische Berichterstattung ins Blatt zu nehmen. Auf der anderen Seite wacht Bürgermeister und Zensor von Colditz (Manfred Thomsen) darüber, dass genau das nicht passiert, denn er will keinen Ärger mit Jonasson, dem dänischen Kommissar für Oldesloe (Ulf Schwinum). Doch das Volk begehrt mehr und mehr gegen die dänische Herrschaft auf. Gerüchte machen die Runde, die Oldesloer demonstrieren für ihre freiheitlichen Bürgerrechte … ein spannendes Stück Geschichte. Mit der Inszenierung zieht Sven Lenz aber auch nahtlos Parallelen zur Gegenwart, in der die Bespitzelungsenthüllungen ein immer größeres Ausmaß annehmen. Nicht umsonst heißt die Haushälterin, die im Stück alles ins Rollen bringt Edwine Schneeden (Vanessa Sacharow) – ein Anspielung auf Edward Snowden.

Mit tosendem Beifall, Bravo-Rufen, Gejohle und Fußgetrappel wurde das Ensemble nach mehr als zwei Stunden von den Zuschauern gefeiert. Ohne eine kleine Zugabe durften die Darsteller nicht von der Bühne.

Weitere Vorstellungen: Heute und morgen 14.30 und 19.30 Uhr. Freitag, 22. und Sonnabend, 23. Mai: 19.30 Uhr. Sonntag, 24. Mai: 14.30 und 19.30 Uhr. Für alle Vorstellung sind noch Karten – unter anderem in der Geschäftsstelle des Stormarner Tageblatts – erhältlich. Weitere Infos unter: www.bad-oldesloe-macht-theater.de


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