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Stormarner Tageblatt

19. August 2017 | 05:58 Uhr

Hammoor : Umgehung: Bürger wollen Ergebnisse

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Hammoorer zeigten sich bei Einwohnerversammlung skeptisch gegenüber der Aussage der Landesregierung, dass die Entlastungsstraße gebaut werde.

Seit geschätzten 40 Jahren wartet Kurt Hinst auf den Bau einer Ortsumgehung von Hammoor. Zuletzt war das Planfeststellungsverfahren eingestellt worden. Es hatte so lange gedauert, dass sich die Rechtsgrundlagen geändert hatten und die Planung deshalb einem Gerichtsverfahren nicht mehr standgehalten hätte, so Bernd Gundlach, Amtsvorsteher Bargteheide-Land.

Nun erfolgt ein neuer Anlauf – und zwar ganz von Anfang an mit einer Bürgerbeteiligung. Denn immerhin hatte das Verkehrsministerium der Gemeinde versprochen, dass die Ortsumgehung Hammoor noch als einziges Straßenneubauprojekt im Land finanziert wird. Das Ministerium und der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Lübecker hatten zu der ersten Infoveranstaltung mit öffentlicher Beteiligung ein.

Mehr als 150 Interessierte waren ins Bürgerhaus gekommen und gleich die erste Frage nach der Aktualität löste empörte Zwischenrufe aus: Ja, die Straße ist nicht nur erwünscht, sondern lange überfällig. „Wir haben ein Messgerät aufgestellt, das unsere Belastung aufzeichnet“, sagte Kurt Hinst. „In der Zeit von 6 bis 18 Uhr fährt jede Minute ein 7,5 Tonner vorbei.“

Nicht nur für ihn eine unerträgliche Situation. „Es ist nicht mehr auszuhalten, wir brauchen Ergebnisse statt Lippenbekenntnisse. Es muss endlich weitergehen“, so ein weiterer Anwohner der L  89. Es geht nicht nur um die Lärmbelastung, sondern auch um Schadstoffemission und die allgemeine Gefährdung durch den Verkehr.

Dem Kieler Versprechen, die Straße bauen zu wollen, trauen die Hammoorer nicht so recht. Man habe in den Jahren des Wartens schon zahlreiche Minister kommen und wieder gehen sehen. Bewegt habe sich aber nichts. Die Interessengemeinschaft „Sichere Straßen Hammoor hat deshalb den Anwalt Ulf Hellmann-Sieg engagiert, der unter anderem die Initiative „Gegenwind“ in Bargteheide beriet.

Statt eines erneuten langwierigen Planfeststellungsverfahrens könnte die Ortsumgehung auch im Rahmen eines gemeindlichen B-Planes mitgeplant werden. Das neue Gesetz macht zudem die Bestellung von einem oder mehreren Obleuten möglich, die Interessenvertreter für einen Teil des Dorfs sein können und Ansprechpartner für das Straßenbauamt sein sollen. Einen Konsens über das weitere Vorgehen gab es in der Versammlung nicht, eine Planung durch die Gemeinde ist aber nicht gewollt.

Den Verlauf ihrer Wunsch-Umgehung können die Anwohner in den nächsten vier Wochen selbst mit einem Stift auf einer Karte eintragen. „Nur Sie vor Ort wissen, was wir berücksichtigen müssen, wo wichtige Wirtschaftswege lang führen oder ein zu schützendes Wäldchen liegt. Wir wollen keine einseitige Planung, sondern ihre Kenntnisse einbeziehen“, sagte Britta Lüth, stellvertretende Leiterin der LBV Lübeck. Der Ausgang sei völlig offen, sogar die abgelehnte Südumgehung 1.4 a könne am Ende wieder das beste Ergebnis zeigen.

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 29.Jun.2016 | 06:00 Uhr

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