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An Leukämie erkrankter Notarzt : Typisierungsaktion „Helft Thorsten“: Suche nach dem passenden Spender

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Notarzt Thorsten Salamon ist an Leukämie erkrankt. Die Oldesloer Typisierungsaktion war ein großer Erfolg: 1330 Menschen ließen sich registrieren.

Als sich die Türen der Grundschule West am Sonnabend für die Typisierungsaktion unter dem Motto „Helft Thorsten“ öffneten, war schon klar, dass sie ein Erfolg werden würde. Allein in der ersten Stunden ließen sich bereits rund 300 Personen für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) neu registrieren. Auf rund 1000 Teilnehmer hatten die Organisatoren von Arbeiter-Samariter-Bund, Feuerwehr, THW und der Stadt Bad Oldesloe gehofft, von maximal 1500 geträumt und im Endeffekt lag der sehr gute Wert bei 1330 Menschen aus der Region, die dem an Leukämie erkranktem Notarzt Thorsten Salamon (53) helfen wollen.

Im November wurde bei dem 53-Jährigen aus Hamburg-Bergedorf eine schwere Leukämie (Blutkrebs) diagnostiziert. 23 Jahre lang flog Thorsten Salamon mit dem ADAC-Rettungshubschrauber „Christoph Hansa“ zu Notfällen in Hamburg und Umgebung. Mehr als 14.000 Einsätze hat der leitende Notarzt bewältigt. Jetzt ist er selbst auf Hilfe angewiesen.

Kreispräsident Hans-Werner Harmuth war als Schirmherr vor Ort, gratulierte dem 1000. Spender Mücahin Sengenc und zeigte sich insgesamt beeindruckt von der Organisation: „Das läuft hier alles super strukturiert ab und die Resonanz ist auch sehr gut“, sagte er.

Dem schloss sich Antonia Lukas von der DKMS an. „Man muss den Oldesloern ein großes Kompliment machen, denn die Organisation ist großartig. Normalerweise sind beim Aufbau fünf oder sechs Leute. Heute morgen waren es direkt 50“, so Lukas. „Es ist eine große Besonderheit, dass es sich bei den Organisatoren um Menschen handelt, die auch ansonsten schon sehr viel ehrenamtlich tätig sind. Manche von ihnen haben in den letzten Wochen fast rund um die Uhr an dieser Aktion geplant. Das ist beeindruckend“, schwärmte Lukas, die extra aus Berlin gekommen war. „Es gibt hier eine außergewöhnliche Solidarität, die man so in der Großstadt nicht unbedingt finden würde“, lobt sie das große Engagement und auch die Menge der Teilnehmer. „Es lässt sich schlecht vergleichen, aber vierstellig ist schon immer sehr gut“, zog Benjamin Lieb vom DKMS ein Fazit.

Mit jedem Teilnehmer wuchs dabei die Wahrscheinlichkeit, einen passenden Stammzell-Spender zu finden. Aber natürlich könnten auch mögliche Spender für andere an Leukämie erkrankte Menschen weltweit dabei sein. „Es gibt da keine Statistik, die besagt, wenn 1000 Teilnehmer kommen, werden vermutlich zehn Spender gefunden werden. Das ist von Ort zu Ort unterschiedlich“, erklärte Antonia Lukas.

Manche Helfer ließen sich auch direkt selbst typisieren. „Ich wollte das schon länger machen. Aber jetzt passte einfach der Augenblick. Es war natürlich überhaupt nicht schlimm“, sagte Nancy Gode vom ASB. „Ich finde man sollte helfen, wenn man helfen kann. Mit ein wenig Blut kann man vielleicht ein Menschenleben retten“, so Gode weiter.

Kreisbrandmeister Gerd Riemann – der zweite Schirmherr der Aktion – lobte, dass im Vorwege großartige Öffentlichkeitsarbeit geleistet worden sei. Neben den 1330 Blutspendern kamen auch noch stolze 12.249 Euro für die DKMS zusammen, die diese gut gebrauchen kann. Denn jede Typisierung kostet ungefähr 50 Euro.

Viele Teilnehmer der Aktion hielten sich noch eine ganze Weile an der Grundschule West auf. Vor der Tür gab es einen Foodtruck und die Hilfsorganisationen präsentierten ihre Rettungsfahrzeuge. Für Kinderbespaßung sorgte eine Hüpfburg und THW-Kettcars. Musikalisch sorgte ein junges Trio für das Rahmenprogramm. Jetzt drücken alle die Daumen, dass für Thorsten Salamon der passende Spender dabei war.

Pro Jahr erkranken in Deutschland etwas mehr als 11.400 Menschen an Leukämien. Das entspricht 2,4 Prozent aller Tumorerkrankungen. Im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen sind Leukämien daher relativ selten. Zum Vergleich: Pro Jahr erkranken 71.700 Frauen in Deutschland an Brustkrebs, über 35.000 Männer an Darmkrebs.

 

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