zur Navigation springen

Stormarner Wochenschau : Tulpen und anderes welkes Zeug

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Macht Sport nun krank oder gesund? Und wie steht es um die Gesundheit der St.-Jürgen-Stiftung? Können da Blumen helfen?

23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 19.Mär.2016 | 08:00 Uhr

Einigkeit und Recht

Wird das noch was mit St. Jürgen? Zweifel sind da angebracht. Im jüngsten Oldesloer Hauptausschuss flogen bei diesem Thema jedenfalls mal wieder die Fetzen. In diesem Klima des Misstrauens, der Unterstellungen, Eitelkeiten, Beharrungen und Vorwürfe kann nichts Vernünftiges herauskommen. Gemeinsam etwas zum Wohle der Stadt bewegen zu wollen, sieht jedenfalls anders aus.

Die ganze Posse begann schon damit, dass Vorsitzende Angela Fehrmann (CDU) allen Ernstes darüber abstimmen ließ, ob Rainer Fehrmann (CDU) Rederecht im Hauptausschuss bekommen soll. Geht’s noch? Der Mann ist gewählter Stadtverordneter, Bürgerworthalter – wer wollte ihm dieses Recht nehmen? Da er als Bürgerworthalter kraft Amtes Stiftungsvorsitzender ist, müsste er eigentlich verpflichtet sein, Auskunft zu geben. Aber das ist ja einer der großen Streitpunkte. Wenn man ernsthaft hier eine Trennung herbeidiskutieren will, sollte man vielleicht auch noch mal über Befangenheit reden.

Im Laufe der Sitzung kam von Bürgermeister Tassilo von Bary der Satz: „Die Stadtverordnetenversammlung ist kein Kontrollorgan der Stiftung.“ Wenn er sich da mal nicht gründlich irrt. Welchen Sinn sollten denn sonst das in der Satzung verankerte „Einvernehmen“ zwischen Stiftungsvorstand und Stadtverordneten haben? Schikane? Wenn die Altvorderen ausreichend Vertrauen in nachfolgende Stiftungsvorstände gehabt hätten, hätten sie sowas bestimmt nicht in die Satzung geschrieben.

Alea iacta est

Es muss immer erst schlechter werden, bevor es besser wird. Zumindest den ersten Teil hat die Kreisverwaltung geschafft. Nach fünf Jahren Gesundheitsmanagement ist der Krankenstand höher als vorher. Mögliche Erklärung: Wer sich sportlich betätigt, mehr auf die Körpersignale hört, merkt viel schneller, wo es überall zwickt und zwackt. Gesundheitsmanagement heißt es allerdings, weil man beim Start 2010 damit auch die Hoffnung verband, den Krankenstand senken zu können – nicht gleich aber irgendwann, weil das doch so nachhaltig ist. Davon ist nach sechs Jahren keine Rede mehr. Das eine müsse man getrennt vom anderen sehen, und ein Gesundheitsmanagement sei auch ein Wohlfühl-Faktor, sowohl für die Mitarbeiter und ein gutes Argument bei Bewerbern. Mit 300 Teilnehmern waren die Veranstaltungen des Gesundheitskalenders 2015 ausgebucht. Es ist aber nur eine Minderheit, die in die aktive Mittagspause mit Gymnastik und Entspannung geht, sich am Arbeitsplatz massieren lässt oder ein Männerseminar besucht („Lothar rennt“). Eine „flächendeckende“ Akzeptanz sei schwierig zu erreichen, so Personalplanerin Larissa Bebensee. Wir wissen allerdings nicht, ob sie das Seminar „Alea iacta est“ besucht hat. Inhalt: Abfinden mit Dingen, die ich nicht ändern kann.

... aus Amsterdam

Das Richtige möchte man immer tun, nur woher weiß man, dass es nicht doch das Falsche ist? Produkte aus der Region zu kaufen, galt und gilt als eine Art Heilmittel. Nicht nur Obst, Fleisch und Gemüse, auch Floristen haben die Regionalität entdeckt und wollen gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Rosen und Tulpen aus Holland abwehren. Das könnte man unterschreiben, wenn es nicht so wäre, dass die Blumen zumeist aus Afrika kommen, wo sie unter den dortigen klimatischen Verhältnissen am besten gedeihen. Und die Besucher des Kreisbauerntags 2015 werden sich erinnern: Natürlich erzeugte Produkte weisen auch bei langen Transportwegen eine bessere Ökobilanz auf als in Treibhäusern gezogene Pflanzen. Natürlich gilt auch das nicht zu 100 Prozent, denn es kommt auch immer darauf an, unter welchen Bedingungen in den Herkunftsländern produziert wird und wie hier die Treibhäuser beheizt werden.
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen