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Stormarner Tageblatt

18. November 2017 | 17:05 Uhr

Ahrensburg : Tschüss Südtangente

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

CDU-Antrag einer Machbarkeitsstudie im Bauausschuss abgelehnt

Erst kippte die Nordtangente, jetzt verschwindet auch die Südtangente in der Schublade. Mittwochabend wurde der Antrag der CDU, eine Machbarkeitsstudie für eine Trassenführung der Südtangente am Rande des Ahrensburger Tunneltals zwischen Hamburger Straße und dem Ostring in Auftrag zu geben, abgelehnt. Bauamtsleiter Peter Kania (Foto) hatte noch während der Diskussionen eine Änderung des Begriffs eingebracht, „es wäre besser, von einer Realisierungsabschätzung zu sprechen, wie könnte eine Trasse aussehen?“ Das Ergebnis war knapp, aber eindeutig: Fünf Nein- gegen vier Ja-Stimmen. Das 60  000 Euro teure Gutachten war vom Tisch. Dabei hatte es die CDU gut gemeint. Falls eine Südtangente eine Chance bekommen hätte, wäre die geplante Brücke „Brauner Hirsch“ entfallen. Die kostet 18 Millionen Euro, sechs Millionen davon muss die Stadt Ahrensburg tragen – dazu dauerhaft die Unterhaltungskosten. Eine Südtangente, so das Argument der CDU, könnte in vollständiger Baulastträgerschaft des Landes entstehen. Die jetzige Querverbindung Brauner Hirsch wäre dann völlig entfallen – das Gebiet hätte renaturiert werden können.

Standpunkt

Chance vertan

Die Stadt Ahrensburg hat eine weitere Chance vertan, dem Verkehrskollaps Einhalt zu gebieten. Die Nordtangente scheiterte an vernünftigen Verhandlungen mit Delingsdorf, die Südtangente am „Nein“ der Grünen, der FDP und der SPD. Die Pendler werden weiterhin zu den Spitzenzeiten in Staus stehen, das macht den Wohnwert in den Nachbargemeinden und auch für die Ahrensburger nicht gerade attraktiv. Ahrensburg braucht aber die Nachbargemeinden mit ihren Baugebieten, wenn die Stadt für neue Gewerbeansiedlungen attraktiv sein will. Manfred Rüscher

Bürgermeister Michael Sarach hatte noch versucht, eine „goldene Brücke“ zu bauen: „Wenn die Südtangente eine direkte Anbindung an die A  1 bekäme, hätte diese Strecke eine größere Bedeutung, ich halte eine Tangente an dieser Stelle allerdings für nicht realisierbar.“ Der Knackpunkt war bisher, dass ein kurzes Stück einer Südtangente über Hamburger Gebiet verlaufen wäre – etwas, das Hamburg vehement abgelehnt hatte. Ein neuer Entwurf des Ahrensburger Dipl.-Ingenieurs Eckehard Knoll sah jetzt eine Trassenführung nur auf Ahrensburger Gebiet vor.

Für Monja Löwer (Grüne) war „kein Vorteil dieser Planung“ erkennbar und auch die SPD hielt diese Trassenführung für nicht realisierbar. Anne Hengstler (CDU) hatte noch versucht, den Ausschuss auf die Seite ihrer Fraktion zu ziehen: „Es geht auch darum, die Diskussionen zu beruhigen, wenn das Gutachten sagt, es geht nicht, dann akzeptieren wir das.“ Auch der FDP-Antrag, die Verwaltung möge zusammen mit der DB die ursprünglich vorgesehene Dammlösung für die Brücke Brauner Hirsch noch einmal prüfen, wurde abgelehnt. „Für Änderungen ist es jetzt zu spät“, sagte Peter Kania.

Zurückgezogen wurde die Vorlage „Erneuerung Fuß- und Radweg Manhagener Allee“. Trassenführung des Radweges und Wegfall zahlreicher Parkplätze wurden vom Ausschuss kritisiert und sollen nun nachgebessert werden.

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