zur Navigation springen

Reinfeld baut : Trotz Protest: Grünes Licht für zweites Rathaus

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Reinfelder SPD und CDU setzen sich im Hauptausschuss gegen Bedenken von Grünen und Wählerinitiative durch: Sie stimmen für einen Neubau direkt gegenüber vom historischen Rathaus.

shz.de von
erstellt am 15.Jan.2014 | 17:30 Uhr

Die Reinfelder Grünen und die Wählerinitiative Reinfeld (WIR) wollten den Bau eines neuen Verwaltungsgebäudes gegenüber dem historischen Rathauses verhindern. Im Haupt- und Finanzausschusses scheiterten sie allerdings mit ihrem Ansinnen. Mit sechs zu drei Stimmen bei einer Enthaltung setzen sich SPD und CDU durch und hoben somit den Sperrvermerk über 825 000 Euro auf: Freie Bahn also für den Bau eines zweigeschossigen Gebäudes.

Die Grünen würden einen Neubau aus Kostengründen für falsch halten, sagte Ines Knoop-Hille. Man wolle den Beschluss aber auch nicht boykottieren, sondern weiterhin mitwirken. Die Kostenschätzungen seien von 700 000 Euro auf mittlerweile eine Million gestiegen, plus eventuell 30 Prozent nicht einschätzbarer Mehrkosten, sagte Geert Karnick (Grüne). „Sie bekommen mehr dafür“, wehrte sich Bauamtsleiter Stephan Kruse: Die Fläche seien erweitert worden.

Die WIR rechnet mit „nicht absehbaren Kosten“ für das Projekt. „Anstehende Sanierungen wie die der Matthias-Claudius-Schule, der Feuerwehrhäuser und anderer städtischer Immobilien, die mögliche Auflösung des Schulverbandes, die Gas-und Wasserkonzession sowie die unbekannten Kosten für eine Brückenquerung über die Bahnlinie lassen aus unser Sicht keinen finanziellen Spielraum für derartige Planungen zu“, sagte Fraktionssprecher Walter Engel. Die Vertreter stellten zudem einen Antrag auf ein PPP- oder ÖPP-Modell, der aber von Lasse Karnatz (SPD) zurückgewiesen wurde, da er nicht auf der Tagesordnung stehe. Bürgermeister Gerhard Horn gab zu bedenken, dass allein das Bestellen eines externen Gutachters und die Anträge für mindestens ein halbes Jahr Zeitverzögerung sorgen würden.

Ein heißes Wortgefecht gab es nach der Äußerung von Thorsten Dunkelgut (WIR) über „Mauschelei“ bei Geschossigkeit und Raumkonzept des Neubaus. Gerd Herrmann (SPD) wies den Vorwurf entschieden als „unangemessen“ zurück. Er verstehe das Misstrauen nicht und halte die Diskussion über das Raumkonzept eher für Verhinderungstaktik, sagte der Bürgermeister. Die Mitarbeiter der Verwaltung bräuchten angemessene Büroräume.

Auf dem Rathausplatz direkt gegenüber des historischen Rathauses und in unmittelbarer Nähe zur Matthias-Claudius-Kirche soll ein modernes Verwaltungsgebäude im so genannten Attika-Stil entstehen. Der Anbau am alten Rathaus wird abgerissen. Das alte Rathaus wird wahrscheinlich für Veranstaltungen genutzt. Ebenfalls in Planung sind ein Rathaus-Center sowie ein Neubau für die Stadtwerke.

 

 

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert