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Stormarner Wochenschau : Trittst du mir, dann tret ich dir

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Vortreten, zurücktreten, austreten ... in der Politik wird ordentlich getreten.

von
erstellt am 14.Dez.2013 | 10:00 Uhr

Trittschall

Die Aus- und Rücktreterei in der Oldesloer Stadtverordnetenversammlung geht munter weiter. Jetzt hat Wolfgang Schmidt von der FBO seinen Koffer gepackt. Und bei seiner Begründung hat er kaum ein Blatt vor den Mund genommen. Er wolle keine Marionette von Mathias und Patricia Rohde sein.

Blicken wir doch mal zurück. Es ist schon eine gefühlte Ewigkeit her, da war Mathias Rohde Vorsitzender der CDU-Fraktion. Die erlebte daraufhin einen enormen Schwund. Offiziell war von familiärer und beruflicher Belastung die Rede, aber hinter vorgehaltener fiel auch immer wieder der Satz: „Keinen Bock auf Rohde.“ Nach fraktionsinternen Querelen – ein potenzieller Nachfolger für den Fraktionsvorsitz wurde in dem Zusammenhang auch mal eben verbrannt und schmiss kurz drauf die Brocken hin – übernahm Horst Möller den Chefsessel. Intern wurde es ohne MR etwas ruhiger, aber eben nur etwas, denn da war ja auch noch seine Gattin. Die seilte sich bekanntlich im Frühjahr 2011 zusammen mit Heinz Drenkberg aus der CDU ab und gründete die FBO. Nach dem Erfolg bei der Kommunalwahl – vier Sitze in der Stadtverordnetenversammlung – geht die Rücktreterei jetzt munter weiter. Witzigerweise ähnelt das Vokabular, das Patricia Rohde Wolfgang Schmidt jetzt hinterherwirft, dem, was von der CDU anlässlich ihres Austritts verwendet wurde. Es gibt nur einen kleinen Unterschied: Rohde und Drenkberg hatten damals ein Direktmandat. Die Periode ist ja noch lang, mal sehen, was uns noch alles blüht.

 

Tritt in den ...

Schlachten sind doch immer besser, wenn sie schon geschlagen sind. Vor allem wenn das schon länger her ist. 200 Jahre nach der Schlacht bei Siek konnte man sich dort treffen und Völkerverständigung feiern. Bei der Schlacht um die Finanzverteilung im Land ist es schwierig, sich ein Szenario vorzustellen, bei dem sich die Kontrahenten die Hände reichen. Vielleicht auch ein Grund, warum sich Stormarns Kreistagsabgeordneten eine höhere Entschädigung gönnen. Wozu sich anstrengen, wenn man nichts davon hat, weil garantiert jemand (aus Kiel oder Berlin) kommt, der einem abnimmt, was man erspart hat, um es denen zu geben, die es sich gut gehen ließen? Das darf man sich fragen. Und man sollte die Politiker fragen, die bei der Gelegenheit von Nachhaltigkeit und Zukunftsorientierung reden. Nachhaltig bleibt nämlich nur der Eindruck, dass es in Zukunft besser ist, eigene Schulden zu machen als die Schulden anderer zu bezahlen.

 

Rücktritt

So viel hatten Reinfeld und Reinbek bislang nicht gemein. Nun haben beide einen Bürgermeister, der von den Ortspolitikern die Nase voll hat. Im November hatte Axel Bärendorf (Reinbek) mitgeteilt, nicht als Kandidat zur Verfügung zu stehen. Jetzt erklärte Gerhard Horn seinen verdutzten Stadtverordneten, dass er 2014 nicht mehr antreten werde. So wie Bärendorf verwies auch Horn auf mangelnden Rückhalt in der Politik. So viel haben Reinfeld und Reinbek aber nun auch wieder nicht gemein. In der drei mal so großen Stadt am Hamburger Rand geht es anders zur Sache als in der Stadt mit dem Karpfen im Wappen.

 

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