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Kritik : Trittaus Räck: „Mir sind die Hände gebunden“

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Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Coach des Fußball-Verbandsligisten kritisiert die Einstellung vieler seiner Spieler und würde einigen gern eine Denkpause geben. Am Sonntag (15 Uhr) müssen die Südstormarner im Derby gegen Aufsteiger VfL Tremsbüttel antreten.

shz.de von
erstellt am 27.Sep.2013 | 07:59 Uhr

Die Szene brachte Matthias Räck auf die Palme. Torhüter Karl-Oskar Plichta schlich mit hängenden Schultern zum Auslaufen, während seine Teamkollegen vom TSV Trittau sich gut gelaunt abklatschten und lachten. Nach einer 1:3-Pleite am vergangenen Spieltag gegen den WSV Tangstedt. Räck, Trainer der Verbandsliga-Fußballer aus Südstormarn, ging daraufhin – bis auf einige Ausnahmen wie Plichta – hart mit seinen Spielern ins Gericht. Soweit nicht unüblich für den 41-Jährigen, der Kritik schonmal deutlich äußert. Doch nach nur zehn Punkten aus zehn Spielen und Tabellenplatz zwölf stellt Räck seinem Team jetzt die Charakterfrage – der TSV Trittau scheint in einer Krise.

Namen freilich wollte Räck nicht nennen, bemängelte aber die fehlende Einstellung mehrerer Spieler. „Wir haben uns vor der Partie eingeschworen, um alle an einem Strang zu ziehen. Auf dem Platz hat man aber den Eindruck gewonnen, als wollten einige nicht“, nörgelt Räck: „Wenn sich Spieler nicht bewegen, weil ein Pass nicht ankommt, habe ich dafür kein Verständnis“, sagt der Coach, der nur allzu gern dem einen oder anderen eine Denkpause geben würde. „Mir sind aber aufgrund unserer Personalsituation die Hände gebunden.“ Alternativen fehlen. Daher können sich die Trittauer Akteure Woche für Woche ihre Freiheiten auf dem Platz nehmen, ohne Konsequenzen zu fürchten. Das Resultat: Dem 1:3 gegen Tangstedt waren ein 0:5 in Travemünde und ein 0:4 gegen Oldenburg vorausgegangen. Die Wirkung der jeweils anschließenden Trainerschelte: überschaubar.

Der Grund für Räcks neuerliche harte Kritik: „Wir trainieren gut, im Spiel aber wird nichts davon umgesetzt, das regt mich nunmal auf“, erklärt der Coach: „Es gibt Trainer, die lassen ihr Team zur Strafe beim nächsten Training laufen. Ich spreche die Dinge lieber an, auch öffentlich, um die Spieler wachzurütteln“, rechtfertigt sich der 41-Jährige.

Und es gibt Hoffnung: Mit Felix Stirl (Knöchelverletzung) kehrt wohl ein Offensivspieler zurück, der die mangelhafte Chancenverwertung beheben soll. Denn: „Wir haben ja meist genug Chancen, müssten eigentlich gar nicht verlieren“, betont Räck, der auch Daniel Lantz im Aufwind sieht.

Dennoch verspricht sich der Coach nach den jüngsten enttäuschenden Auftritten nicht zu viel vom kommenden Auswärtsspiel bei Kreisrivale und Aufsteiger VfL Tremsbüttel (Sonntag, 15 Uhr). „Das wird schwer. Wenn wir hinten endlich mal keine Fehler machen, ist vielleicht ein 0:0 drin“, sagt Räck – und schickt mit Blick auf die neue Alternative im Sturm hinterher: „Mit Glück könnte es ein 1:0 für uns geben.“ Es wäre das vorläufige Ende der Trittauer Krise. Und dann dürften die Spieler sich beim Auslaufen sicherlich auch lachend abklatschen.

Derweil will der VfL Oldesloe am Sonnabend (15 Uhr) im Heimspiel gegen den TuS Lübeck den Abwärtstrend stoppen. Der WSV Tangstedt empfängt am Sonntag (15 Uhr) Büchen-Siebeneichen.

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