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Stormarner Tageblatt

24. November 2017 | 10:39 Uhr

Trittauer Gedankenspiele

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Vom Freibad über Neuverschuldung bis hin zu Zuschüssen / Am Schluss hatte Mesch gute Karten

Das war eine schwierige Geburt: Trotz der Bürgerbefragung entbrannte die Freibaddebatte bei der jüngsten Gemeindevertretung erneut. Da es in der Einwohnerversammlung Proteste gegen den Wegfall der L-Form und damit des Gewöhnungsbereichs für Kinder von fünf bis zehn Jahren gab, hatte man im Bauausschuss zuvor noch einmal die Sanierungsvariante thematisiert und mehrheitlich beschlossen, die L-Form dann doch beizubehalten.

Breitrutsche taucht ab

Um andererseits Kosten einzusparen, soll auf die Breitrutsche und die Massagedüsen verzichtet werden. Somit würde der vom Finanzausschuss vorgegebene Kostenrahmen eingehalten werden. 60  000 Euro mehr kostet das „L“ an Folie, für die Beckenabdeckung fallen 42  000 Euro mehr an, der Wegfall der Rutsche bringt 105  000 Euro, die Massagedüsen 6000 Euro, sodass sogar 6000 Euro weniger als ursprünglich geplant ausgegeben werden müssen.

Besonders umstritten: Die Beckenabdeckung, deren Nutzen einige Gemeinderäte anzweifelten. Letztlich wurde mit 16 Ja- und zwei Nein-Stimmen für die grundsätzliche Sanierung gestimmt. In den Einzelabstimmungen votierten für das L und den Wegfall der Breitrutsche, dafür Erhalt der vorhandenen Rutsche 15 Gemeindevertreter, für den Verzicht auf die Massagedüsen nur elf und für die Beckenabdeckung nur neun.

Nicht alle Politiker waren mit dieser Lösung glücklich: Peter Sierau BGT) und Harald Martens (CDU) stimmten komplett gegen die Sanierung, weil sie die künftige Haushaltsbelastung nicht verantworten können. Christian Winter (parteilos) bedauerte, dass es nun doch keine Attraktivitätssteigerung geben werde. Er sorgte für einen Beschluss, dass eine Sondersitzung einberufen wird, um neu über den Weiterbau zu entscheiden, wenn es zu ungeplanten Mehrkosten käme, nachdem die alte Folie entfernt wurde.

Mehr Miese im Haushalt

Schwierig ist der knappe Zeitplan für die Beantragung der Fördermittel, der dadurch nicht gefährdet werden soll. Ute Agatz (SPD) forderte zu prüfen, ob es eine Festpreisvereinbarung geben könne. Die Ausgestaltung der Verträge liegt nun bei der Verwaltung.

Zweites Thema war der Nachtragshaushalt. Er wurde zu diesem frühen Zeitpunkt erforderlich, um Investitionen wie beispielsweise ins Freibad tätigen zu können. Der Vermögenshaushalt wurde auf 1,98 Millionen Euro, der Verwaltungshaushalt auf 1,1 Millionen Euro erhöht. Die Netto Neuverschuldung liegt damit bei 1,3, Millionen Euro, das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 976 Euro. Das alles trotz eines erwarteten Plus der Gewerbesteuereinnahmen, da die Investitionen einen höheren Kreditbedarf nach sich ziehen.

Für das Freibad werden 1,27 Millionen Euro aufgewendet. Zudem kauft die Gemeinde das Gelände der Tennishallen an der Großenseer Straße für 602  100 Euro. Dort ist als Langzeitprojekt der Bau einer Multifunktionshalle angedacht, da dringend Hallenkapazitäten benötigt werden.

Zunächst erhält der TSV Trittau einen Zuschuss in Höhe von 75  000 Euro zur Sanierung der beiden Hallen. Künftig soll die Dreifeldhalle als Ersatz für die abgerissene Turnhalle der Hahnheideschule fungieren. Die Vierfeldhalle bleibt dem Tennis erhalten. Für eine weitere Kita wurden Planungskosten von 30  000 Euro eingestellt. Der SSK hatte den Bedarf festgestellt und prüft, welche Flächen für einen weiteren Bau infrage kommen.

Gedankenspiele beschäftigen sich mit einem Grundstück an der Hamburger Straße und auf dem Gelände des ehemaligen Tennisplatzes vor der Schützenhalle, sollte es nicht zum Bau des neuen Schützenplatzes kommen. Für den Kauf des Grundstücks und den Bau eines Fußweges von der Campestraße zur Poststraße wurden 34  000 Euro bereitgestellt.

Raritäten übergeben

Nach dem Tagesordnungspunkt Nachtragshaushalt wurde die Sitzung wegen der späten Stunde unterbrochen. Die Punkte Vertrag mit Lütjensee wegen Bauhof und diverse Bebauungspläne werden am Donnerstag, 25. Juni, behandelt.

Eine nette Geste am Rande: Harald Martens überreichte zwei alte Eintrittskarten aus dem Jahre 1972 von einem Konzert der „Bigelos“ an Bürgermeister Oliver Mesch, weil „der ja immer alles aufbewahre“, so Martens lächelnd. Der Erlös des damaligen Konzerts kam dem Förderverein Schwimmbad zugute.

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