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Reinbeker Spinnerinnen : Treten, ziehen und Wolle geben

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Sie sind unverdrossen bei der Sache:. Asta Bünning und ihr Spinnkreis bei der Arbeiterwohlfahrt. Seit 25 Jahren spinnt sie gemeinsam mit zwei Freundinnen Garn aus feinster Schurwolle

shz.de von
erstellt am 17.Dez.2013 | 00:35 Uhr

„Die spinnen bei der Awo!“ Und das ist tatsächlich so – seit 25 Jahren. Denn damals hatte Asta Bünning das Spinnen am Spinnrad für sich entdeckt und den heute noch aktiven Spinnkreis bei der Arbeiterwohlfahrt ins Leben gerufen. Bis heute spinnt sie gemeinsam mit zwei Freundinnen fleißig jeden Montagnachmittag Garn aus feinster Schurwolle.

Die Wolle holt Asta Bünning direkt von einem Schäfer an der Nordseeküste. „Das ist die beste Wolle!“ Wegen des rauen Klimas haben die Schafe dort besonders weiche Wolle“, erklärt die alte Dame und lächelt verschmitzt. Auch bei den Spinnrädern achtet sie auf Qualität. „Die kommen aus Belgien und laufen absolut ruhig und gleichmäßig“, freut sich die Hobby-Spinnerin. Zwei der vier futuristisch aussehenden Spinnräder wurden damals der Arbeiterwohlfahrt von der Volksbank gespendet, zwei weitere kaufte die Awo dazu. Seitdem laufen sie wie am Schnürchen. Und wenn doch mal eines defekt ist, finden sich bei der Awo immer ein paar geschickte Handwerker, die das Rad wieder flottbekommen.

Es sieht leichter aus, als es tatsächlich ist, aus der groben Wolle einen feinen Faden zu spinnen. Treten, ziehen und Wolle geben, alles mit dem richtigen Maß, aber mit etwas Übung und Geduld lernt jeder Spinnen und es geht wie von selbst. Es ist eine beruhigende fast meditative Tätigkeit, die erholsam auf Herz und Seele wirkt.

Und was macht man mit der ganzen schönen Wolle? Die wird natürlich verstrickt. Westen sind beliebt und Strümpfe werden auf dem Awo Basar und auf dem Reinbeker Weihnachtsmarkt verkauft. Alles aus 100 Prozent echter Schurwolle. Der Erlös wird einem guten Zweck gespendet. Ein bisschen Sorgen macht sich Asta Bünning um den Fortbestand des Spinnkreises dennoch. „Uns fehlt der Nachwuchs, sagt die 84-Jährige. „Es wäre schön, wenn ein paar jüngere dazukämen.“

Wer also Lust und Zeit hat, etwas Schönes mit den Händen herzustellen und ein altes Handwerk erlernen möchte, kann sich gerne an den Awo-Ortsverein Reinbek unter Tel.: (040) 7228789 wenden.

www.awo-stormarn.de


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