Großensee : Treffen der VW-Veteranen

Michael Jakobs mit seinem Karmann Ghia. Wie beim Käfer ist auch hier der Kofferraum vorne.  Fotos: jpm
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Michael Jakobs mit seinem Karmann Ghia. Wie beim Käfer ist auch hier der Kofferraum vorne. Fotos: jpm

Campingplatz Großensee wurde am Wochenende zum Mekka für „Typ-3-Fans“.

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28. August 2017, 06:15 Uhr

Als ein Eldorado für nostalgische VW-Fans präsentierte sich am Wochenende der Campingplatz in Großensee Dort dominierte der „Typ 3“ das Geschehen, wie das dritte Modell des VW-Konzerns nach dem Käfer und dem Bulli werksintern genannt wurde. Er hatte zwar auch noch einen luftgekühlten Heckmotor, bot aber deutlich mehr Platz als der legendäre Käfer. In Deutschland wurde das Modell bis 1973 produziert. 2,5 Millionen Exemplare liefen vom Band. Zum Treffen in Großensee hatte der Verein „Typ-3-Liebhaber“ eingeladen, der inzwischen fast 200 Mitglieder zählt.

„90 Fahrzeuge waren bei unserem Ausflug zum Motorenmuseum Lütjensee angemeldet“, sagt Ralph Deneke, der das Treffen seit Monaten vorbereitet hat. Die ersten Teilnehmer seien aber schon Mitte des Monats eingetroffen, die letzten wollten erst am 3. September abreisen. Viele haben das also mit einem Urlaub in der Stormarner Schweiz verbunden.

Ob als Stufenheck, Fließheck oder besonders als Kombi (Variant) seien diese Typ-3-Veteranen heute sehr gefragt. „Einen nicht restaurierter Wagen gibt es ab 1500 Euro“, sagt Deneke, „ein gutes Karmann-Ghia-Modell wird für 70 000 Euro gehandelt.“ Das leidige Rostproblem, das diese Fahrzeuge hatten, sei mit einer Hohlraumkonservierung zu lösen. „Dann hat man für 30 bis 40 Jahre lang Ruhe“, so Deneke.

So ein Modell fährt Michael Jakobs. Der Niederkasseler besitzt ein Coupé aus dem Jahr 1969. „Nur in diesem Modelljahr gab es das in der Farbe Pirolgelb.“ Er sieht seinen Karmann als einen Alltagsgegenstand: „Er soll nicht nur in der Garage stehen, Gebrauchsspuren stören mich nicht.“ Gleichwohl musste er noch wie alle Typ- 3-Fans zusätzlich noch ein „Alltagsauto“ anmelden, um Versicherungsschutz für den Oldtimer zu bekommen. Vor vier Jahren hat Deneke den Wagen noch unrestauriert erworben. „Das war ein Glücksfall für mich.“ Das Coupé sei 20 Jahre in Erstbesitz gewesen und nicht viel bewegt worden. „Rost ist sicher vorhanden, aber es ist noch gut im Futter“, sagt er. Knapp 89  000 Kilometer zeigt der Tacho an.

Die Nostalgie hat ihn zum Kauf bewegt. „Meine Eltern hatten einen Variant mit 1600 Kubikzentimetern Hubraum.“ Bei Familienausflügen mit Oma und Opa musste er im Laderaum Platz nehmen. „Der Motorsound ist mir deshalb sehr vertraut.“ So sei der Wunsch gewachsen, solch ein Auto zu besitzen. Die Einfachheit und der Minimalismus dieses Autos hätten einen besonderen Charme – nicht nur für Michael Jakobs.

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