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Stormarner Tageblatt

24. September 2017 | 01:43 Uhr

Preiserhöhung : Travebad soll teurer werden

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Eintritt ins Oldesloer Travebad soll nach elf Jahren um etwa 16 Prozent erhöht werden. die Politik fordert aber vorher die Beseitigung von Mängeln in dem renovierten Hallenbad

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erstellt am 14.Jul.2017 | 06:00 Uhr

Der Eintritt ins Travebad wird teurer werden – seit 2006 wurden die Preise nicht angepasst – darüber herrscht im Hauptausschuss weitgehend Einigkeit. Zu einem Beschluss konnten sich die Politiker allerdings noch nicht durchringen. „Dafür ist einfach zu viel schief gelaufen“, sagte Maria Herrmann (SPD) und bei der CDU sah man das ähnlich.

Die Stadtwerke haben ein neues Preissystem vorgestellt. Im Grunde ganz einfach: Der Verbraucherpreisindex ist seit dem Jahr vor der jüngsten Erhöhung um 16 Prozent gestiegen. Das wird auf die Eintrittspreise angewendet (jeweils kaufmännisch auf 10 Cent gerundet). Der Preis für eine Kinderkarte soll von 2 auf 2,30 Euro steigen. Erwachsene sollen statt 4 zukünftig 4,60 Euro zahlen. Die diversen Familienkarten werden analog angepasst. Für einen Erwachsenen und zwei Kinder steigt der Preis beispielsweise von 6 auf 7 Euro. Auch der Saunaeintritt soll teurer werden: Für Kinder steigt er von 5 auf 5,80 Euro, bei Erwachsenen von 9 auf 10,40 Euro. Schwimmkurse für Kinder verteuern sich von 30 auf 36 Euro (zuzüglich Eintritt). Aqua-Fitness, Babyschwimmen und ähnliches sollen allerdings nicht teurer werden.

Bei den Wertkarten schlagen die Stadtwerke ebenfalls zu. Für 25 Euro soll es weiterhin 5 Prozent Bonus geben, für 50 Euro aber nur noch 7 statt 15 Prozent. Bei 100 Euro sinkt der Bonus von 20 auf 10 Prozent. Die Karte mit 480 Euro und satten 40 Prozent Zuschuss sei nur selten verlangt worden, sie wird abgeschafft. An ihrer Stelle soll eine 200-Euro-Karte mit 15 Prozent Bonus eingeführt werden.

Zukünftig möchten die Stadtwerke bei den Preisen einen Automatismus einführen, der sich nach einer Formel am Verbraucherpreisindex orientiert. Das lehnten die Politiker allerdings ab.

Deutliche Kritik am neuen Preissystem kam nur von Hendrik Holtz (Linke). Im Vergleich zu anderen, attraktiveren Bädern sei der Eintritt zu hoch. Er prophezeite bei steigenden Preisen sinkende Besucherzahlen. „Wenn das Publikum weg bleibt, wird es mit den Mehrerlösen schwierig“, argumentierte er. Deshalb schlug er vor, die Eintrittspreise zu senken.

Die Stadtwerke gehen von einer gleich bleibenden Nutzung aus und kalkulieren deshalb mit Mehreinnahmen von 223  000 Euro. „Diese Einnahmen sind nicht echt“, beeilte sich Björn Wahnfried (SPD) klarzustellen. Der größte Teil dieser Summe würde durch drastisch erhöhte Bahnmieten für Schulen und Vereine zusammenkommen. Wie Steffen Tübbicke, Leiter des kaufmännischen Services, erläuterte, habe das Finanzamt bei einer Betriebsprüfung bemängelt, dass die bislang verlangten 10 Euro „nicht auskömmlich“ seien. Das wurde als versteckte Gewinnausschüttung kritisiert. Der Differenzbetrag muss jetzt rückwirkend versteuert werden. Um das zukünftig zu vermeiden, sollen die Bahnpreise auf 40 Euro angehoben werden. Im Gegenzug würde die Stadt aber Oldesloer Vereinen und Schulen jeweils 25 Euro Zuschuss zahlen. Nur 28  000 Euro seien deshalb „echte“ Mehrerlöse für die Stadt.

Die Preiserhöhung wird kommen, das zeichnete sich im Hauptausschuss ab. Weil im Hallenbad vieles nicht gut laufe, sollen die Bad-Nutzer die Gelegenheit bekommen, Kritik öffentlich zu äußern. Dazu wird es vor der nächsten Hauptausschuss-Sitzung am 21. September ab 18.30 Uhr einen runden Tisch geben. Wenn berechtigte Kritik abgearbeitet sei, könne der Eintritt erhöht werden. Stadtwerke-Chef Jürgen Fahl sieht dem gelassen entgegen: „Wir haben den Laden seit einigen Wochen im Griff.“

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