Reinfeld : Trauriges Aus für den Kulturverein

Abstimmung über die Auflösung des Vereins: Matthias Mischorr, Sabine Siebler, Klaus-Dieter-Dassow, Dörte Luwald-Mischorr und Heike Sobik (v.l.)
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Abstimmung über die Auflösung des Vereins: Matthias Mischorr, Sabine Siebler, Klaus-Dieter-Dassow, Dörte Luwald-Mischorr und Heike Sobik (v.l.)

Da der gesamte Vorstand nach 25 Jahren zurücktrat, mussten alle Posten neu besetzt werden – doch Nachwuchs fehlt.

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23. März 2014, 12:02 Uhr

Eine Ära in Reinfeld geht zu Ende. Das Neujahrskonzert, den musikalischen Frühschoppen sowie diverse Lesungen, Kabarettabende, Zaubergalas und Konzerte sowie die Mitwirkung bei städtischen Veranstaltungen wie der Kulturnacht und der „Les-Art“ wird es bald nicht mehr geben: Wenn nicht noch ein Wunder geschieht, steht der Kulturverein Reinfeld vor seiner Auflösung.

„Wir sind rund 100 Mitglieder, und nur so wenige sind gekommen“, sagte Sigrid Dassow bedauern beim Blick in die „Menge“ auf der Mitgliederversammlung. Es war ganz sicher ein schwerer Gang für sie und ihren Mann, den Vorsitzenden Klaus-Dieter Dassow, der gemeinsam mit einem „harten Kern“ von Mitgliedern mehr als 25 Jahre lang die Geschicke des Kulturvereins mit rund zehn Veranstaltungen jährlich heleitet hatte und damit ein großes Stück zur Bereicherung des kulturellen Angebots in der Karpfenstadt beigetragen hatte. „Wir beide werden zu alt für die viele Arbeit, und Nachwuchs gibt es leider nicht“, sagte die engagierte Reinfelderin Sigrid Dassow, die sich mit der kompletten Familie für „ihren“ Verein einsetzte.

Da der gesamte Vorstand aus beruflichen und familiären Gründen zurücktrat, mussten alle Posten neu besetzt werden – ein schier aussichtsloses Unterfangen, wie sich schnell herausstellte. Die alten Vorstandsmitglieder Klaus-Dieter Dassow, Matthias Mischorr, Dörte Luwald-Mischorr, Heike Sobik und Sabine Siebler rangen sichtlich um Fassung, als sich niemand der Anwesenden bereiterklärte, im Vorstand mitzuarbeiten. Sabine Siebler hatte sich zuvor zur Verfügung gestellt, jedoch nur mit tatkräftiger Unterstützung an ihrer Seite. Die blieb jedoch aus. Im Vorwege habe sie versucht, Leute zu motivieren. Niemand habe sich bei ihr gemeldet. „Mein Optimismus ist weg. Das hier ist eine Beerdigung, die wir zelebrieren“, so Siebler. Allein könne sie die Aufgabe nicht bewältigen.

Aus den Reihen der anwesenden älteren Mitglieder kamen Bemerkungen wie „Das kann doch nicht wahr sein, dass sich niemand findet“. Einige beschwerten sich darüber, dass der Vorstand aufgrund der noch nicht erfolgten Kassenprüfung nicht entlastet werden könne. Hier und da klang auch Unmut über die Vorstandsarbeit durch. Am Ende stimmten bei zwei Enthaltungen alle dafür, am Donnerstag, 10. April, um 20 Uhr im Gemeindehaus bei einem neuen Termin den Kulturverein aufzulösen. „Wenn sich bis dahin niemand meldet, der ein Vorstandsamt übernehmen möchte und somit den Verein rettet, war es das“, so Sigrid Dassow. Ein trauriger, aber vom Vorstand erwarteter Moment. Dörte Luwald-Mischorr: „Es hat uns immer Spaß gemacht. Der Erfolg und die Resonanz waren super. Wir sind traurig, dass es so kommen musste.“

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