Grönwohldhof : Trauriger Abschied der Reiterelite

36 Jahre  war  der Grönwohldhof  die 'Heimat' für Karin Rehbein. Mit der Schließung des Hofs ist die  erfolgreiche  Reiterin und Trainerin wie viele andere nach Büchsenschinken umgezogen.  Foto: Niemeier
36 Jahre war der Grönwohldhof die "Heimat" für Karin Rehbein. Mit der Schließung des Hofs ist die erfolgreiche Reiterin und Trainerin wie viele andere nach Büchsenschinken umgezogen. Foto: Niemeier

Ende der Woche zogen auch Karin Rehbein und Kristy Oatley mit ihren Pferden von Grönwohld nach Büchsenschinken

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01. August 2011, 06:59 Uhr

Grönwohld | Die Wiesen sind verlassen, Schweigen und bleierne Stille liegen über dem Gelände des einst international bekannten Reiterhofs in Stormarn. Nur die Fahrzeuge der Besitzer und ihrer Familienangehörigen stehen noch auf dem geräumigen Parkplatz vor den beeindruckenden Hallen mit den verspiegelten Scheiben.

Am Freitag waren die letzten Pferdeanhänger und -transporter vom Gelände des Grönwohldhofs gerollt. Auch die weltbekannte Reiterin und Trainerin Karin Rehbein hat ihr Pferd abgeholt und zu einem Reiterhof in Büchsenschinken gefahren. "Ich bin nun zwei Tage hier und lebe mich noch ein. Aber ich kenne ja die anderen Reiter. Man sieht sich immer auf den Turnieren, und alle haben mich und mein Pferd sehr nett aufgenommen", sagt sie, während sie im Casino sitzt und immer noch versucht die vergangenen Monate zu verarbeiten.

"Es stand ja länger fest, dass der Hof abgegeben werden sollte. Es gab wohl auch einen Käufer, doch der hatte dann offensichtlich nicht das nötige Geld. Es war ein Hin und Her. Nun ist es so gekommen, wie es ist", sagt sie und schaut ein wenig traurig in die Reithalle "Die Halle hier ist sehr schön. Nicht ganz so breit und ein wenig anders, aber gut", sinniert sie. "Ich bin aber halt auch verwöhnt", fügt sie hinzu und lächelt.

36 Jahre war sie auf dem Grönwohldhof , seit 1978 als Trainerin. Unendlich viele Erfolge haben sie und ihre Schüler feiern dürfen. "Ich hatte eine schöne Zeit". Manchen würden sagen, dass Henrik Schulte Frohlinde, vielleicht ein wenig schwierig im Umgang mit sei, aber , "ich habe eigentlich nie wirklich Probleme mit ihm gehabt. Wir sind immer gut miteinander ausgekommen bis zuletzt", sagt die Weltklassereiterin über den Mann, der den Hof 1990 nach dem Tod seines Vaters Otto Schulte Frohlinde übernommen hatte.

Was schief gegangen sei beim Verkauf, oder ob es Differenzen gegeben habe, wolle sie nicht kommentieren. "Es gibt von meiner Seite aus nichts, was ich noch dazu sagen möchte. Es war eine erfolgreiche, gute Zeit, die jetzt leider zu Ende ist".

Karin Rehbein stellt auch klar, dass das hartnäckige Gerücht nicht stimme, dass ihre australische Schülerin Kristy Oatley, die sie zu Weltmeisterschaften und olympischen Spielen begleitete, 2008 den Grönwohlder Hof nach Schwierigkeiten mit Schulte-Frohlinde für immer verlassen habe. Man habe sich wieder angenähert, und die Differenzen seien geklärt gewesen. Auch Oatley habe bis zuletzt ihre Pferde auf dem Grönwohlhof gehabt und sie nun ebenfalls nach Büchsenschinken gebracht, wo man sich gut aufgehoben fühle.

Arndt Hoenke, Besitzer des Hofes bei Reinbek, kennen die Reiterinnen schon lange. Nach der Besichtigung mehrerer Anlagen hatte Rehbein sich daher entschlossen, dirt eine neue Heimat zu suchen. Die Reiter und Reiterinnen, die sie auf dem Grönwohldhof trainierte, möchte sie in absehbarer Zeit in Büchsenschinken weiter betreuen. "Doch erstmal will sie eine Auszeit vom Trainingsbetrieb nehmen, um das Geschehene sacken zu lassen: "Ich brauche eine kleine Pause für mich."

Auf der faulen Haut will sie deshalb nicht liegen. Mit ihrem Pferd "World Idol", das der ehemaligen Weltklassereiterin Madeleine Winter-Schulze gehört, hat sie sich für einige Turniere angemeldet. "Ich möchte einfach Spaß mit dem Pferd haben und im Grand Prix mit um die vorderen Plätze reiten". Das Ende des Grönwohldhofs sei schließlich nicht das Ende ihrer Begeisterung für den Sport. "Das Reiten war, ist und wird immer mein Leben sein". Auch in Büchsenschinken.

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