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Stormarner Tageblatt

15. Dezember 2017 | 08:06 Uhr

Traumrevier Stormarn erkunden

vom

Täglich 70 Kilometer - eine Radfahrgruppe mit Teilnehmern aus ganz Deutschland ist vom Streckennetz im Kreis begeistert

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Bad Oldesloe | Gel- oder Ledersattel, Gepäckträger oder Lowrider-Taschen, 32-Gang-Kettenschaltung oder Rohloff, ja sogar Akkus für den Elektroantrieb sieht man - eine Gruppe von Radfahrern hat sich im Tryp by Windham Hotel im Gewerbegebiet einquartiert und erkundet von dort auf ihren Drahteseln die Region.

Die Gruppe ist eine familiäre Truppe mit Tradition: Anfang der 90er Jahre taten sich die AOK und das Jugendherbergswerk zusammen und boten "Peer man tau" an: Komplett-Radtouren durchs Mecklenburger Land. Schnell erhielten die unter Zweiradfreunden Kultstatus, das Teilnehmerfeld wuchs auf teilweise bis zu 130 Pedalisten an. Die genauen Gründe sind nicht bekannt, aber vermutlich hat man bei der AOK bemerkt, dass mindestens 75 Prozent der Mitfahrer immer die gleichen Leute waren. "Die hatten sich da wohl etwas mehr Wechsel erhofft und sich deshalb zurückgezogen", blickt Karl Emil Busch zurück. "Dann haben wir eben Pech gehabt", fand Hans Schacht seinerzeit, ärgerte sich aber maßlos, dass dieses beliebte Angebot sang- und klanglos eingestellt wurde. "Das fand ich unmöglich", empört er sich noch heute. Es gab nur eine Alternative: Dann musst du es selber machen. Zusammen mit dem Schweriner Horst Rakow rettete Hans Schacht "Peer man tau" 2008 in die Eigenständigkeit. Erstes Basisquartier war damals, der Oldesloer Schacht hat es noch genau vor Augen, die Sportschule in Parchim. Und die Gruppe radelt immer noch zusammen, Hans Schacht hält sie zusammen. "Er ist ein Mann der Tat und hat ein Händchen dafür", lobt ihn Sven Jürgensen. Die beiden sind Freunde aus Kindertagen, die Leidenschaft fürs Radfahren verbindet. Der ehemalige KGS-Rektor Jürgensen fährt seit 25 Jahren größere Touren ab. Zweieinhalb Monate quer durch Neuseeland - da kommen ein paar tausend Kilometer zusammen. Über seinen Kumpel Schacht kam er zu "Peer man tau", Jürgensen kam in Kontakt mit Gerhard Schadwill, der schon Wüsten und Indien auf dem Fahrrad durchwandert hat. "Die meisten Teilnehmer sind schon passionierte Radwanderer", erklärt Organisator Schacht. Die Vorbereitung der Treffen geht gewissermaßen reihum, wechselt jedes Jahr, das bringt Abwechslung in die Touren diesmal stellen die Oldesloer ihr Heimatrevier vor.

Vom Sandkamp aus startet die Gruppe jeden Tag zu einem anderen Ziel. Zwischen 60 und 70 Kilometern werden täglich absolviert. Den Auftakt, quasi zum Warmwerden, machte eine Halbtagesfahrt nach Stubben. Private Einkehr bei Sven Jürgensen, dessen Familie für Kaffee und Kuchen sorgte. Diese Momente machen die Tour so beliebt und sorgen andererseits dafür, dass die Kosten nicht ins uferlose abdriften. Die Kalkberghölen in Segeberg, das Schloss in Ahrensburg, Lübeck, Trenthorst, Höltigbaum - das sind weitere Ziele für diese Tage.

Monika Bippart lobt das Stormarner Revier: "Es ist hügelig, eigentlich immer Wasser in Sichtweite und die Leute hier sind Radfahrern wohlgesonnen." Besonders die stillgelegten Bahndämme haben es den Radlern angetan, weil man von der erhöhten Position einen schön Blick auf die Landschaft hat. Bei der Vorbereitung der Ausfahrten spielt Sven Jürgensen sein ganzes Insiderwissen aus: "Ich fahre hier seit 25 Jahren und brauche mittlerweile keine Karten mehr." Das große, gut ausgebaute Netz an Wirtschaftswegen macht für ihn Stormarn attraktiv, weil man so von viel befahrenen Straßen weg kommt und ruhig dahingleiten kann.

In den Anfangsjahren war "Peer man tau" eine echte Radwander-Tour. Hans Schacht bevorzugt heute die sternförmigen Ausfahrten von einem "Hauptquartier" aus: Keine Probleme mit Gepäck, gesicherte Verpflegung, bekannte Infrastruktur und weniger Arbeit.

Die Gruppengröße ist begrenzt. "Bei hundert Teilnehmern brauchen wir Polizeibegleitung, da ist der Aufwand viel zu groß", erklärt Hans Schacht. Auch wenn sich im Laufe der Jahre ein familiärer Kern gebildet hat, sind neue Mitfahrer jederzeit willkommen. Kontakt über Monika Bippart unter (040) 7127866.

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