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Kleines Theater : Trauer um Theaterchefin Kirsten Martensen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das hatte wohl keiner erwartet: In der Nacht zu Sonnabend ist Prinzipalin Kirstin Martensen in der Kieler Uniklinik gestorben. Sie habe maßgeblich dazu beigetragen, dass Bargteheide zu einem Kulturstandort wurde, der weit über die Stadtgrenzen hinaus geschätzt und bewundert wird.

Das ist ein Schlag für die Kulturszene in der Region: Wie gestern bekannt wurde, ist Kirsten Martensen, Kopf, Herz, Seele und Motor des Kleinen Theaters Bargteheide, in der Nacht zu Sonnabend in der Kieler Uniklinik gestorben. Sie wurde 72 Jahre alt. Erst vor wenigen Wochen war bei ihr erneut Krebs diagnostiziert worden.

Das Kleine Theater in all seinen Facetten ist ohne Kirsten Martensen überhaupt nicht denkbar. Nicht nur künstlerisch hat sie mit dem Oldie-Kabarett und ihren unzähligen Inszenierungen mit den Kindertheatergruppen Meilensteine gesetzt, die weit über Bargteheide hinaus strahlten. Sie hat Kinder und Jungendliche an Theater und Schauspielerei herangeführt, sie hat sie begeistert und geschult. So manchem hat sie damit auch den Weg für eine professionelle Kariere bereitet – David Kross sei hier nur als ein Beispiel genannt.

Sie hat berühmte Künstler zu Auftritten in die Stadt geholt und das Kleine Theater und Bargteheide so zu einer unverwechselbaren Marke gemacht. Weil große Namen nicht unbedingt mit wirtschaftlichem Erfolg einher gehen, mussten immer wieder Verluste aus dem Kultur- und Kinobetrieb mit Einnahmen bei den Weihnachtsmärchen oder dem Oldie-Kabarett und sogar aus der eigenen Schatulle gegenfinanziert werden.

Sie hat gekämpft für „ihr“ Theater, in schweren Zeiten regelrecht um Spenden gebettelt und wenn die Not ganz groß war, stand sie vor einigen Jahren auch noch in der Küche des Theaterrestaurants, um zu kochen. Dabei war sie auch streitbar, ist mit ihrer Meinung auch angeeckt und hat es in Kauf genommen, nicht bei allen beliebt zu sein – wenn es um „ihr“ Theater ging. Erst die Ausgliederung von Restauration und Kino bescherten dem Haus finanziell etwas ruhigere Zeiten.

Mitten in den Vorbereitungen der nächsten Weihnachtsmärchen hat sie die heimtückische Krankheit quasi von der Bühne geholt. „Kirsten Martensen war eine kreative, energiegeladene und motivierende Frau, die sich ohne Einschränkung für die Kultur in Bargteheide, namentlich im Kleinen Theater, eingesetzt hat“, loben Bürgermeister Dr. Henning Görtz und Bürgervorsteherin Cornelia Harmuth. Kirsten Martensen sei eine großartige Frau gewesen, die am Ende von ihrer Krankheit besiegt wurde und allen sehr fehlen werde. Für ihre Arbeit wurde ihr unter anderem 2006 vom Bundespräsidenten die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen

 

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erstellt am 07.Okt.2013 | 06:00 Uhr

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