Ahrensburg : Tragischer Armbrust-Unfall: 14-Jähriger in Lebensgefahr

Drei Gleichaltrige spielten mit der Waffe, als sich ein Schuss löste / Der Bolzen traf den Jungen im Kopf

Avatar_shz von
20. September 2011, 07:28 Uhr

Ahrensburg | Ein 14-jähriger Schüler aus Ahrensburg ist bei einem tragischen Unglücksfall lebensgefährlich verletzt worden. Er hatte am Freitagabend mit zwei gleichaltrigen Jungs im Kinderzimmer mit einer gespannten und geladenen Armbrust herumhantiert. Dabei löste sich aus ungeklärter Ursache ein Schuss. Der Bolzen traf den 14-Jährigen im Kopf. Einer der anderen Jungen informierte dessen Eltern, die sofort den Notarzt alarmierten. Der schwer verletzte 14-Jährige wurde mit dem Rettungshubschrauber in das Universitätsklinikum Eppendorf geflogen. Sein Zustand war gestern "äußerst kritisch", so die Polizei.

Wie die Jungen an die Armbrust gekommen sind, ob die Eltern sie ihnen überlassen oder ob sie sich die Waffe auf eigenen Faust im Haus besorgt hatten, ist noch nicht ermittelt. Klar ist, dass die Jugendlichen die Armbrust selbst gespannt und den Bolzen eingelegt hatten. Wie und warum sich der Schuss löste, ist ebenfalls unklar. "Wir gehen zurzeit von einem Unglücksfall aus, aber natürlich sind die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen", so Ahrensburgs Kripochef Wolfgang Böhrs gegenüber dem Stormarner Tageblatt. Jedenfalls hat der Bolzen den Jungen so unglücklich im Kopf getroffen, dass er in akuter Lebensgefahr schwebt.

Armbrüste sind laut Gesetz zwar "den Schusswaffen gleichgestellte tragbare Gegenstände". Erwerb und Besitz bedürfen jedoch keiner Erlaubnis, sondern sind ab 18 Jahren frei. Jugendliche dürfen sie aber nur unter fachkundiger Aufsicht benutzen. Erlaubt sind ausschließlich Armbrüste, die mit Muskelkraft gespannt werden können. Die Polizei ermittelt derzeit "wegen fahrlässiger Körperverletzung und Verstoß gegen das Waffen gesetz".

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen