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Stormarner Wohenschau : Träume von damals und morgen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ein Glückspilz, Blütenträume und ein Stromstoß: Was die Woche in Stormarn zu bieten hat. Ein ganz spezieller Rückblick.

Fast wie früher

: Damals, als es noch Dampfloks gab und bevor Eisenüber und -unterführungen gebaut wurden, gab es die Bahnwärter, die in kleinen Häuschen am Telefon saßen und, wenn es klingelt, abnahmen, bestätigten, um dann per Hand die Schranken runterzukurbeln. Der Beruf ist ausgestorben. Tausende dürften ihren Job verloren haben. Aber nun, rund 50 Jahre später, kommt Hilfe aus Stormarn. Ein Blitz war im April 2013 ins Schalthäuschen am Bahnübergang zwischen Rümpel und Rohlfshagen eingeschlagen. Die schnelle Eingreiftruppe konnte gleich wieder abziehen, weil Batteriesäure über die Elektronik gelaufen war. Bis heute darf das Häuschen wegen Gesundheitsgefährdung nicht betreten werden. Mit Reparieren war auch nichts: Die Elektronik ist so alt, dass es keine Teile mehr gibt. Und neu bauen geht nur mit neuer Genehmigung. Und das dauert. So gibt es seit gut einem Jahr wieder Schrankenwärter bei Rohlfshagen. So schön wie früher haben sie es aber nicht: Statt Häuschen nur Dixieklo, statt Schranken und Kurbel nur Flatterband. Sie müssen nicht nur bei Wind und Wetter draußen stehen, sondern sich auch noch von missmutigen Autofahrern beschimpfen lassen. Und Beamte sind die Schrankenwärter auch nicht mehr. Unsere Karikatur lässt grüßen ...

Glückspilz

: Wenn sich Karin Hoffmann zum Frühstück in die Küche setzt, gehört das Stormarner Tageblatt als Morgenlektüre dazu. So muss das sein! Und wie sie da so durch die Zeitung stöbert, entdeckt sie das shz-Bilderrätsel. Für die Lösung braucht sie nicht lange. „Da könntest du doch eigentlich mal mitmachen“, denkt sich die umtriebige Oldesloerin und greift flugs zum Telefonhörer. Jeden Morgen hat sie angerufen und siehe da, beim letzten Rätsel war Fortuna ihr hold: 500 Euro für Karin Hoffmann. Den Gewinn will sie sinnvoll investieren. Der Freundeskreis der Oldesloer Bücherzelle, den Karin Hoffmann initiiert hat, braucht Lagerraum für viele Bücher, die nicht in der ausrangierten Telefonzelle in der Mühlenstraße untergebracht werden können. Um dies Problem zu lösen, will sie den Gewinn in ein Gartenhäuschen investieren, das auf ihrem Grundstück an der Hagenstraße aufgestellt werden soll.

Blütenträume

: Biene Maja ist weltweit unterwegs, das Schloss Ahrensburg kennt man vielleicht in Norddeutschland, aber kaum mehr hinter der Elbe. Wenn man schon die Geburtsstadt von Biene Maja-Autor Waldemar Bonsels ist, wäre die Biene dann nicht auch die bessere Botschafterin für Stormarns größte Stadt? Und wenn man schon so auf den Putz hauen möchte, dann doch gleich global mit Klima, Kultur, Umwelt, Tierschutz und Schöpfungsverantwortung. Um auf so was zu kommen, braucht es Kreativität, und dafür sind Künstler zuständig. Die haben all diese Dinge nicht nur unter einen Hut, sondern sogar in die Tüte bekommen. Die ist natürlich nicht aus Plastik, sondern aus Papier und enthält Wildkräuter-Samen für bunte Wiesen, wie sie Bienen lieben. Und weil das eine Aktion ist, sind die Tüten von heimischen Künstlern gestaltet. Wer sie kauft und verwendet, tut also nicht nur etwas für die fleißigen Insekten, die als Bestäuber für die Pflanzen enorm wichtig sind, er erwirbt auch ein kleines Kunstwerk. Eine gute Idee das Ganze, aber die weltweite Erweckung wird nicht von Ahrensburg ausgehen. Allenfalls eine nationale Untervariante: Wer seine Verkehrsinseln nicht mit pflegeintensiven Blümchen bepflanzt, sondern ökologisch korrekt zuwuchern lässt, tut nicht nur was für die Bienen, er spart auch Geld. Und das kommt in Rathäusern immer gut an.

Stromstoß:

Geld spart auch Bargteheide – auf lange Sicht allein durch das Straßenbeleuchtungskonzept, das seinerzeit Stadtvertreter Peter Anklam angestoßen hat. Immer mehr energie-fressende Funzeln weichen stromsparenden LED-Lampen. Ein echter Lichtblick! Aber wo Licht ist, ist auch Schatten: Deutschland hat nämlich heute schon Strom im Überfluss. Leider hat der Verbraucher nichts davon. Falls in naher Zukunft auch noch drei Windräder in Bargteheide rotieren, kann man sich vor Strom ja gar nicht mehr retten. Dann ist guter Rat teuer: Wohin mit der ganzen überschüssigen Energie, wenn die Speicher-Technik hinterher hinkt?
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