zur Navigation springen
Stormarner Tageblatt

22. September 2017 | 02:45 Uhr

Bargteheide : Trägerverein soll’s richten

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

2017 bekommt Bargteheides Kleines Theater seinen dritten Betreiber. Der Hauptausschuss sprach sich einstimmig für die Gründung eines Vereins aus. Kinochef Jansen ist skeptisch.

Einstimmig hat der Bargteheider Hauptausschuss den Grundsatzbeschluss zur Gründung eines Vereins fürs Kleine Theater beschlossen. Der Verein soll von 2017 an als dritter Betreiber antreten und damit das KM Kulturmanagement ersetzen. Der Vertrag mit KM läuft bereits zum 30. Juni aus. Die beiden anderen Säulen, das Cinema Paradiso und die Gastronomie Papillon, bleiben im Boot. Bis Jahresende ist eine Einarbeitungsphase geplant, in der Verein und Verwaltung kooperativ zusammenarbeiten.

Vier Vertreter des Vereins in Gründung stellen sich im Ausschuss vor. Der bisherige Förderverein fürs Theater soll im neuen Gremium aufgehen. „Wenn zwei Vereine konkurrieren, ergibt das keinen Sinn“, sagt Angela Kroß, die Vorsitzende des Fördervereins. Der Vorstand begrüße den Zusammenschluss zu einem Trägerverein.

Um die Finanzierung will sich der ehemalige Finanzminister Rainer Wiegard kümmern. „Sie wird durch Beiträge von bisher gut 100 Mitgliedern, Spenden und die Erlöse von Drittveranstaltern getragen“, so Wiegard. Dazu kämen die Zuschüsse der Stadt, im Wesentlichen für die Unterhaltung des Hauses. Der Verein werde seinen Anteil an den Betriebskosten übernehmen.
„Wir werden keine bestehenden Verträge angreifen“, kündigt Olaf Nehls an. Der Verein werde als nichtkommerzielle Organisation die Kultursäule stabil tragen. Technik und Organisationsstruktur stünden bereit, die Verwaltung solle so entlastet werden. Im Einzelnen will der Verein die Terminvergabe und Abstimmung mit den Nutzern sowie die Hausverwaltung übernehmen. „Wir wollen die Dachmarke Kleines Theater stärken“, so Nehls.

Geplant sind ein gemeinsamer Auftritt im Internet und ein Büro für den Kulturservice aller Beteiligten. „Das Büro soll täglich erreichbar sein“, sagt Nehls, „zurzeit ist das Telefon nur an sechs bis neun Wochenstunden besetzt.“ Nach Möglichkeit soll es auch einen gemeinsamen Ticketverkauf geben. Besonders wichtig sei die Förderung der Theaterschule, einem Kleinod des Hauses. Der Verein werde einen neuen Vorstand wählen, gegliedert nach Geschäftsbereichen.

Werner Reese möchte die Technik übernehmen. Er war bis zum vergangenen Jahr für die technische Leitung des Studios Hamburg zuständig. „Die Tontechnik und die Beleuchtung im Theater sind renovierungsbedürftig“, sagt er. Abgesprochen sei auch, dass der künftige Bürgermeister oder die Bürgermeisterin im Vorstand des Vereins mitwirken. „Kleines Theater e. V. – Verein zur Förderung kultureller Veranstaltungen des Kleinen Theaters in Bargteheide“ in Gründung lautet der Arbeitstitel. Einstimmig wurde ein Grundsatzbeschluss zur Vereinsgründung gefasst, vorbehaltlich der weiteren vertraglichen Regelungen und den Haushaltsbeschlüssen der Politik.

„Ein Lob gebührt der zuständigen Arbeitsgruppe und der Verwaltung“, so Mathias Steinbuck, „sie haben sich ausführlich mit allen Belangen auseinandergesetzt und konstruktiv zusammengearbeitet.“ Dabei sei ein hervorragendes Ergebnis erzielt worden.

Weniger optimistisch ist Hans-Peter Jansen, Pächter des Cinema Paradiso. „Weder Manfred Kutsche vom Kulturring noch ich werden im künftigen Beirat vertreten sein“, sagt er. Kutsche hatte die Sitzung da schon verlassen. Er appellierte zuvor an den zugesagten Zuschuss der Stadt für die kommende Theatersaison. „Der Kulturring ist fürs Programm existenziell darauf angewiesen.“ Ob eine Kooperation mit dem Verein möglich werde, sei noch nicht abzuschätzen. Jansen glaubt nicht, dass das Konzept funktionieren wird: „Wenn der Beirat dritter Pächter wird, kann er nicht über die anderen entscheiden.“ Nur als neutrales Dach, nicht als dritte Säule könne er erfolgreich agieren. „Der Verein hat bisher auch kein Budget.“





zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen