Vogelschießen : Traditionsfest: Oldesloe feiert neues Königspaar

Glückliche Sieger: Julius Jetten und Lisa Szelag sind die neuen Majestäten des Oldesloer Vogelschießens.
1 von 5
Glückliche Sieger: Julius Jetten und Lisa Szelag sind die neuen Majestäten des Oldesloer Vogelschießens.

Vogelschießen – friedlicher Ausnahmezustand in der Stadt. Die Straßen sind voll von Schaulustigen.

shz.de von
16. Juli 2015, 17:20 Uhr

Schon früh am Morgen füllte sich gestern die Innenstadt. Was war das wieder für ein Hallo auf den Bürgersteigen. An vielen Stellen treffen sich alljährlich die selben Zuschauer. Das ist schon fast ein Ritual. Bedeckter Himmel zwar, aber angenehme Temperaturen – beste Rahmenbedingungen für den Vogelschießer-Umzug.

Vor allem die Grundschulen hatten wieder viel Aufwand in den Blumenschmuck investiert. Viele Mädchen hatten Blüten im Haar, Blumenbögen sorgten für ein buntes Bild, dazu festliche Kleidung. Die Verkleidungen bei den älteren Schülern fielen diesmal dezenter aus als in vergangenen Jahren.

Die Spannung beim Vogelschießen auf dem Exer war mal wieder nicht zu überbieten. Zahlreiche Zuschauer verfolgten das Spektakel und jubelten bei jedem Treffer. Doch so schnell fiel der Vogel nicht. Zunächst musste er „gerupft“ werden. Wer einen Teil des Federkleids oder den Kopf abschoss, konnte sich schon über einen Preis freuen. Christine von der Ida-Ehre-Schule und Franz von der TMS wurden mit dem Köpfen Zweite.

Die 50 Jungen und Mädchen in der Endrunde machten es dann besonders spannend. Nachdem die Hausmeister die Rümpfe in zwei Teile gesägt und wieder leicht zusammen genagelt hatten, ging bei jedem Treffer ein Raunen durch die Menge – der Spalt wurde nach und nach größer. Bei den Mädchen war es dann zuerst so weit. Nach mehreren Treffern drehte sich der Vogel von der Senkrechten in die Waagerechte und drohte jeden Moment auseinander zu fallen.

Als Lisa Szelag um 12.30 Uhr mit dem Eisenbolzen traf, tat sich zunächst nichts. Mit Verzögerung zerbrach der Vogel doch noch und brachte der 14-Jährigen aus Vinzier, die in die 8b der TMS geht, die Königswürde. Ihre Mitschüler verfielen in kollektiven Jubel. „Das ist ein sehr gutes Gefühl“, sagte die neue Königin. Bei den Jungen dauerte es etwas länger. Erst im achten Durchgang wurde der Vogel mit jedem Treffer lockerer. Julius Jetten, der durch eine eingegipste Hand gehandicapt war, landete um 12.52 den goldenen Schuss. „Ich habe es verdient“, so der 14-Jährige, aus der 8a der TSS. Neben seinem Fingerbruch hatte ihn zuletzt auch eine Krankheit lahm gelegt. Das alles war nach dem Königsschuss vergessen.

Die neuen Majestäten übernahmen von ihren Vorgängern Hendrik Hoffmann und Hannah Freund Schärpen und Königsketten. Matthias Welz, Direktor der Masurenwegschule, ließ das neue Königspaar hochleben. Neben der Uhr gab es in diesem Jahr erstmals 300 Euro für die Klassen der Könige.


Einen Bilderbogen und Ergebnisse finden Sie in der Freitagausgabe des Stormarner Tageblatts auf den Seiten 21-23.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert