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Stormarner Tageblatt

13. Dezember 2017 | 22:06 Uhr

Sülfeld : Totes Baby im Papierkorb

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Säugling war eingewickelt: Passanten an der Bushaltestelle öffneten das Bündel und machten einen grausigen Fund.

shz.de von
erstellt am 16.Okt.2015 | 10:14 Uhr

„Abfälle“ steht an dem kleinen Papierkorb aus Drahtgeflecht. Darin steckte der tote Säugling.

Grausiger Fund an der Bundesstraße 432 in Sülfeld (Kreis Segeberg): Passanten, die gestern um 9 Uhr an der Haltestelle Borstel auf den Bus warteten, entdeckten das Neugeborene. Nach Informationen unserer Zeitung war es nicht nackt, sondern eingewickelt. Die Wartenden hatten sich das Bündel genauer angesehen, sofort den Notruf gewählt. Petra Schmöker (56) kam mit dem Bus zur Haltestelle, als gerade die ersten Polizisten und der Notarzt eintrafen: „Die Beamten haben eine Silberfolie des Rettungsdienstes über den Papierkorb gelegt.“ Wenig später rückten Ermittler der Mordkommission und der Spurensicherung an. Feuerwehrmänner errichteten ein Zelt über dem gelben Wartehäuschen. Gegen 13 Uhr trugen ein Ermittler und ein Bestatter das tote Baby in einem Sarg für Erwachsene aus dem Zelt. Es wurde in die Kieler Gerichtsmedizin gefahren. Ob es ein Junge oder Mädchen ist, sagen die Ermittler nicht. Der Säugling soll noch keine Verwesungsspuren zeigen. Birgit Heß, Sprecherin der Kieler Staatsanwaltschaft: „Wir führen Ermittlungen zur Herkunft des Säuglings und zur Todesursache. Eine Obduktion soll klären, ob das Baby bei der Geburt gelebt hat und wenn ja, wie es gestorben ist.“

Der tote Säugling wird geröntgt, um mögliche Frakturen zu finden. Es wäre nicht der erste Fall im Norden, in dem ein Säugling von seiner Mutter getötet wurde – aber noch nie ist ein Baby so öffentlich abgelegt worden. Das lässt auf eine Panikreaktion schließen. In trauriger Erinnerung ist der Fall einer Mutter (29) aus Husum, die fünf ihrer Kinder gleich nach der Geburt erstickt oder mit einer Schere erstochen hat. In Bad Schwartau (Kreis Ostholstein) tötete und versteckte eine Mutter (39) drei ihrer Babys.

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