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Bargteheide : Torsten Albig: „Alles andere als eine Einheitsschule“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

25 Jahre Anne-Frank-Schule: Festakt mit Ministerpräsident als Auftakt für Veranstaltungsreigen.

Mit einer – auch musikalischen – Zeitreise wurde das 25-jährige Bestehen der Anne-Frank-Schule (AFS) in Bargteheide gefeiert. Es begann mit einem Rückblick auf die bildungspolitische Diskussion jener Zeit. Gesamtschulen waren damals heftig umstritten. „Es war eine heftige, zu ideologisch geführte Debatte“, erinnert sich Bürgermeister Dr. Henning Görtz. Die Schule stehe heute besser da denn je.

Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) sieht es auch so und sagt mit Verweis auf Unkenrufe von einst: „Die AFS ist alles andere als eine Einheitsschule geworden.“ Hier würden Kinder nicht in eine Schublade gesteckt. Und das bringe Erfolge: Viele Schüler erreichten einen besseren Bildungsabschluss als in der Übergangsempfehlung prognostiziert. Die Verleihung des Deutschen Schulpreises vor zwei Jahren dokumentiere das eindrucksvoll. „Dass seit über zehn Jahren kein Kind diese Schule ohne einen Abschluss verlässt, ist ein großartiger Erfolg“, so Albig.

Schulleiterin Angelika Knies erinnert an die schwierige Anfangsphase, in der es erhebliche Widerstände von innen und außen gegeben habe: „In den ersten drei Jahren waren wir an anderen Schulen ein meist ungeliebter Gast.“ Erst 1993 erhielt die Anne-Frank-Schule die Räume der Emil-Nolde-Schule.

Nach innen hätten zeitweise einige Lehrer geschadet, die der Schulart gegenüber negativ eingestellt waren. Das Problem wurde gelöst: „Erwachsene, die sich nicht bewegen wollen und andere daran hindern, müssen auch mal wegbewegt werden.“ Die Schule, so Angelika Knies, nehme weiterhin gute Ideen von anderen Schulen auf, etwa die Grundidee für das Jugendarbeitsteam. „Derzeit arbeiten wir an einem Schulversuch zum Ersatz von Zeugnissen durch Portfolios im fünften bis siebten Jahrgang“, so die AFS-Leiterin.

Die Jury des Schulpreises habe mit der Auszeichnung den erfolgreichen Spagat gewürdigt, allen Schülern gerecht zu werden, vom lernbehinderten bis zum hoch begabten Kind. Kritisch sieht Angelika Knies die Tatsache, dass das Pavillon-Provisorium aus der Anfangszeit noch immer stehe und nicht besser werde.

Ministerpräsident Albig macht darauf aufmerksam: „Viele in Europa haben vergessen, auf welchen Werten die Gemeinschaft beruht. Die AFS ist ein Gegenbeispiel.“ Sie brenne für diese Gesellschaft. Albig: „Nehmt die Neuankömmlinge als stolze Bargteheider der Zukunft in eure Mitte.“ Die Landesregierung müsse dafür sorgen, dass die Schulträger diese Aufgabe auch erfüllen können, entgegnet Bürgermeister Henning Görtz: „Wir wollen das Thema Inklusion voranbringen und die Flüchtlinge integrieren.“ Aber das kostet Geld.

Der Festakt war der Auftakt für weitere Feiern zum 25-jährigen Bestehen der Anne-Frank-Schule. Morgen um 14 Uhr wird eine Ausstellung zur Schulgeschichte im Schulforum eröffnet.

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