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Schätze im Reinfelder Heimatmuseum : Toll: Womit wir damals spielten!

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Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Eine Spielzeug- Ausstellung des Sammlers Carlheinz Arndt im Reinfelder Heimatmuseum lässt Kindheitserinnerungen aufleben.

shz.de von
erstellt am 04.Nov.2014 | 06:00 Uhr

„Mit was hast du damals gespielt?“, fragten die Kinder von Carlheinz Arndt ihren Vater. Der Reinfelder kletterte auf den Dachboden und suchte im Keller nach dem Spielzeug aus Kindertagen. „Damals kamen gerade der Commodore 64 und der Atari auf, und ein neues Spielzeitalter begann in den 80er Jahren“, erinnert er sich. Fortan sammelte er Spielzeug aus den 50er 60er und 70er Jahren – Kleinode aus vergangenen Tagen, die bis April 2015 im Heimatmuseum Reinfeld zu bewundern sind.

Die Ausstellungseröffnung war ein voller Erfolg und zeigte dem passionierten Sammler, dass er mit der Auswahl der Raritäten ins Schwarze getroffen hatte. Die zahlreichen Besucher gerieten ins Schwärmen. „Weißt du noch?“, „Genau damit habe ich damals auch gespielt!“ Diese Sätze waren rundherum zu hören. Carlheinz Arndt wurde nicht müde, Besuchern die Vitrinenauslagen zu erklären: Da eine alte Dampfmaschine, Kasperlefiguren, Eisenbahnen von Märklin und die Puppe seiner Mutter, die noch mit echtem Haar bestückt wurde. Dort eine Carrera-Bahn, Tipp-Kick, Lego-Bausteine aus den 60er Jahren, Blechautos zum Aufziehen oder die guten alten Matchboxautos, die tatsächlich noch in eine Streichholzschachtel passten.

„Die Matchbox-Autos haben wir schon mal draußen im Sand vergessen. Dann bekamen sie den einen oder anderen Rostfleck, oder die Farbe blätterte ab“, erinnert sich der Reinfelder Axel Reimann. Das waren noch Zeiten, als man kreativ mit dem Stabil-Baukasten riesige Kräne selbst baute. Der zwölfjährige Nico hat so einen Baukasten aus den 30er Jahren von seinem Großvater geerbt. Und er weiß, wie man damit umgeht.

Wer erinnert sich nicht noch an Lurchi von Salamander oder den Elefanten im Schuhgeschäft? Im Schuhgeschäft Lempfert haben wir immer zu gern darauf geritten“, blickt Museumsleiterin Anja Rademacher zurück. Und die Spielzeugabteilung des Kaufhauses Käselau sei ein Paradies für alle Reinfelder Kinder gewesen. Ihre Mutter arbeitete damals dort. Nicht nur für die kleinen Besucher hat sie einige „Retro-Süßigkeiten“ wie das Ahoi-Brausepulver und die Bonbon-Ketten bereit gestellt. „Der Schatz im Silbersee“ heißt eine Europa-Schallplatte, die im Heimatmuseum die spannenden Romane von Karl May wieder aufleben lässt, die man zu gern heimlich unter der Bettdecke las. Carlheinz Arndt holt einen „Soundwagon“ in Form eines VW-Busses hervor und benutzt ihn zur großen Freude der Zuschauer als Tonarm zum Abspielen einer Karl-May-Langspielplatte – so ganz ohne Strom.

Ritterburgen, Indianer-Figuren aus Holz, Elastolin oder Plastik, der gute alte Mecki und das Sandmännchen, Quartett-Spiele, Lolli-Sticker, Margarine-Figuren, Münzen der WM 1970, Märchen-Puzzle aus Holz - hier werden Erinnerungen wach.

„Ich wollte einfach zeigen, was damals auf unseren Wunschzetteln stand“, sagt Arndt. Wirklich sehenswert - da waren sich alle Gäste einig. Und Anja Rademacher hofft auf eine Fortsetzung, denn der leidenschaftliche Sammler hat ihr verraten, dass er vier Kellerräume und einen Dachboden voll mit weiteren Raritäten aus der Kinderzeit hat. „Damit könnte ich das ganze Museum füllen“, schmunzelt Arndt.

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