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Totschlag in Barsbüttel : Tödliche Stiche auf der Straße

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

34-jähriger Russe schweigt zum Tatvorwurf, der vor dem Lübecker Landgericht verhandelt wird

shz.de von
erstellt am 06.Mai.2014 | 06:00 Uhr

Prozessauftakt gegen den Russen Arsen A. im Lübecker Landgericht – wegen Totschlags. Der 34-jährige Angeklagte verweigert jede Aussage zur Person und zum Tathergang in der Nacht des 5. November 2013.

Mit gesenktem Blick verfolgt er das Geschehen im Saal, wagt nur ab und zu einen kurzen Blick in die Runde. Eine Dolmetscherin steht dem Angeklagten zur Seite. Der 34-Jährige ist angeklagt, im Soltausredder einen 38-jährigen Russen, der in Geesthacht lebte, auf offener Straße niedergestochen und tödlich verletzt zu haben.

Laut Anklage hatte zunächst das spätere Opfer mit einem Messer den jetzigen Angeklagten bedroht. Der wiederum trat die Waffe aus der Hand, brachte den 38-Jährigen zu Fall und riss die Tatwaffe an sich. Den auf dem Boden Liegenden habe Arsen A. dann 15 Mal mit „voller Wucht“ attackiert, wobei er ihm tiefe Wunden im Lungen- und Zwerchfellbereich zufügte. Das Opfer schleppte sich noch in einen Kelleraufgang, wo es bäuchlings mit dem Kopf nach unten liegen blieb und leise röchelte. So habe der Hausbesitzer den 38-Jährigen aufgefunden. Er war von einem scheppernden Geräusch unterhalb seines Schlafzimmers und „lautem Rufen in einer fremden Sprache“ kurz nach Mitternacht geweckt worden und wollte nach dem Rechten sehen.

Man habe gesehen, dass dort „jemand um sein Leben kämpfte“, sagt der Zeuge im Saal des Lübecker Landgerichts aus. Sofort habe er Rettungswagen und Polizei alarmiert. Der Notarzt konnte jedoch nur noch den Tod des Mannes feststellen.

Eine Polizeibeamtin aus Reinbek berichtet im Zeugenstand, dass ihr und einem Kollegen bei der Ankunft in der Nähe des Tatorts zwei Männer am Straßenrand aufgefallen seien. Diese seien aufgeregt und sichtlich erregt zu den beiden Polizisten gerannt und hätten gefragt: „Lebt er noch?“

Der mutmaßliche Täter sei laut Staatsanwaltschaft gemeinsam mit einem weiteren Mann wenig später am Tatort erschienen und habe sich der Polizei gestellt. Beide wurden vorläufig festgenommen. Bei seiner Festnahme habe Arsen A. ausgesagt, in Notwehr gehandelt zu haben.

Der Streit zwischen den vier aus Russland stammenden Männern hat laut polizeilichen Ermittlungen offenbar in einer Wohnung in der Nähe Soltausredder/Ecke Solkowskyweg begonnen. Auf der Straße sei es dann gegen 0.30 Uhr zu den tödlichen Stichen gekommen. Das stark blutende Opfer sei noch etwa 300 Meter weit gelaufen und dann blutend zusammengebrochen. Worum es in dem Streit ging, ist bis heute unklar geblieben. Tatsache ist, dass in dieser Nacht, die für einen Beteiligten tödlich endete, reichlich Alkohol im Spiel war.

Weitere Zeugen sollen in den nächsten Prozesstagen helfen, Licht ins Dunkel des Geschehenen zu bringen. Zwei Zeugen befänden sich aber, so teilte der Richter mit, jedoch zur Zeit nicht in Deutschland, so dass sie wohl nicht geladen werden könnten. Der Prozess wird erst am 27. Mai fortgesetzt.

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