Tödliche Schüsse in Bad Oldesloe

Das Haus vor dem der 22-Jährige in der Schützenstraße verstarb ,wurde mit Sichtschutzzäunen abgesperrt. Zahlreiche Beamte trafen am Einsatzort ein.
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Das Haus vor dem der 22-Jährige in der Schützenstraße verstarb ,wurde mit Sichtschutzzäunen abgesperrt. Zahlreiche Beamte trafen am Einsatzort ein.

22-Jähriger stirbt vor einem Haus in der Schützenstraße / Polizei bestätigt Schusswaffengebrauch

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07. Oktober 2018, 19:26 Uhr

Dramatische Szenen am Sonntagvormittag in der Schützenstraße in Bad Oldesloe. Zahlreiche Passanten schauten besorgt auf das Geschehen, nachdem die Straße nach einem Polizeieinsatz voll gesperrt wurde und Sichtschutzzäune aufgestellt wurden. Als immer mehr Einsatzkräfte und auch die Spurensicherung vor Ort erschienen, war klar, dass hier etwas Schlimmes passiert sein musste. Zu sehen war noch, dass der Körper eines jungen Mannes mit einer Plane abgedeckt wurde.

„Ich habe Schüsse gehört. Mein Freund und ich hatten Angst. Es scheint so, als habe die Polizei auf jemanden geschossen“, sagte ein junger Oldesloer, der zum Zeitpunkt des Geschehens eigentlich zum „Skateland“ am Exer wollte. Eine weitere Augenzeugin berichtet von sechs Polizisten, die offenbar einen Mann verfolgten. „Erst fiel ein Schuss, später dann nochmal zwei“, sagte die junge Frau am Einsatzort. Die Polizei bestätigte am Sonntagabend, dass insgesamt drei Streifenwagenbesatzungen aus der Kreisstadt und Bargteheide im Einsatz waren, weil sie auf der Suche nach einem 22-Jährigen waren, der vor dem „Travebad“ von Passanten mit einem Messer in der Hand gesehen worden war. Dort sei dieser aber nicht mehr anzutreffen gewesen, als die Beamten ihn zur rede stellen wollten. 300 Meter weiter konnte der Gesuchte entdeckt werden.

Warum dann die Situation eskalierte, bleibt unklar. Ob er die Beamten mit einem Messer, das er bei sich trug, angriff, wollte die Polizei weder bestätigen noch dementieren. „Zu den weiteren Ermittlungen sowie dem Sachverhaltsablauf werden zum jetzigen Zeitpunkt von Seiten der Polizei und der Staatsanwaltschaft keine weiteren Angaben gemacht“, sagte Polizeisprecher Dierk Dürbrook am Sonntagabend.

Anwohner gaben an, dass sie die Szenerie eine Weile beobachten konnten, schließlich seien dann von Seiten der Polizisten aus mehrere Schüsse gefallen.

Der junge Mann wurden von den Schüssen eines Beamten so schwer getroffen, dass er vor einem Haus in der Schützenstraße verstarb. Das bestätigte Dürbrook. „Es kam zu einem Schusswaffengebrauch. Dabei wurde der 22-jährige Deutsche derart verletzt, dass er noch vor Ort verstarb“, so der Polizeisprecher. Bei dem Verstorbenen handele es sich um einen Obdachlosen, der sich in Bad Oldesloe aufgehalten habe.

„Ich kann es mir nicht erklären, was passiert ist. Der junge Mann war psychisch krank. Aller hier kannten ihn doch im Ort. Vielleicht hat sich jemand bedroht gefühlt, weil er halt schizophren war. Ich kannte ihn, habe ihm öfter Klamotten gebracht und mich ein wenig gekümmert. Ich verstehe es nicht und kann mir nicht vorstellen, dass er die Polizei angegriffen hat. Ich bin total erschüttert und auch wütend“, sagte ein Bekannter des Verstorbenen vor Ort. „Wenn er aggressiv gewesen sein sollte, dann hätte man ihn sicherlich anders überwältigen können. Er war nicht einfach, hatte aber eine ganz sanfte Seite. Er konnte wunderbar mit Tieren umgehen“, so der Bekannte. „Man muss einen psychisch Kranken doch nicht erschießen. Der war arm genug dran. Das ist alles total tragisch und traurig“, führte er weiter aus.

Passanten vor Ort berichteten, dass der junge Obdachlose in der Schwimmhalle oder auch mal in der Sparkasse und vor dem Rathaus übernachtete. Er sei in der Nachbarschaft präsent und akzeptiert gewesen. Als gewalttätig sei er nicht aufgefallen. Hilfe nahm er jedoch nur ungern an. „Kleidung wurde ihm häufig geschenkt oder ein paar Zigaretten. Einige in der Stadt haben sich bemüht, dass es ihm besser geht“, so eine Anwohnerin. Es soll sich bei dem Toten laut Augenzeugen, um die Person handeln, die im vergangenen Jahr die eigene Übernachtungsstelle am Heizwerk der Schwimmhalle versehentlich in Brand gesteckt hatte (wir berichteten).

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