Rekordsprung : Titel verpasst, aber Herzen und Respekt gewonnen

Im Blickpunkt: Leichtathlet Ole Grammann vom SV Großhansdorf bei seinem großen Auftritt im Weitsprung im Büdesldorfer Eiderstadion.
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Im Blickpunkt: Leichtathlet Ole Grammann vom SV Großhansdorf bei seinem großen Auftritt im Weitsprung im Büdesldorfer Eiderstadion.

Der 13-jährige Ole Grammann vom SV Großhansdorf setzt mit 1,82 Metern im Hochsprung Achtungszeichen bei der Landesmeisterschaft im Blockmehrkampf und stellt einen neuen Kreisrekord auf. Am Ende gewinnt der Stormarner Silber.

shz.de von
18. Juni 2014, 06:00 Uhr

Letztlich hat es zwar nicht zum Landestitel gereicht, doch die Aufmerksamkeit des Publikums hatte sich Ole Grammann mehr als verdient – und er genoss sie sichtlich.

Zumindest für einen Moment war der junge Leichtathlet des SV Großhansdorf so etwas wie der Star im weiten Rund des Büdelsdorfer Leichtathletikstadions, wo am Wochenende die Landesmeisterschaften im Blockmehrkampf ausgetragen wurden. „Auch wenn er nur Vizemeister geworden ist, so dürfte er an diesem Tag dennoch einer der glücklichsten Teilnehmer gewesen sein“, vermutete Manfred Hamann, Vorsitzender des Stormarner Kreis-Leichtathletik-Verbandes, und lag damit durchaus richtig. Der 13-Jährige hatte im Hochsprung für eine faustdicke Überraschung gesorgt – just in dem Moment, als alle Augenpaare im Stadion auf ihn gerichtet waren.

Die älteren Teilnehmer hatten ihren Wettkampf bereits beendet, die direkte Konkurrenz des 13-Jährigen war zudem schon lange ausgeschieden. Der Großhansdorfer war somit letzter noch verbliebener Springer an der Anlage. Und mit jedem Zentimeter, den die Latte höher aufgelegt wurde, wuchs auch die Neugier des Publikums. Scheinbar mühelos und ohne jegliche Nervosität überwand Ole Grammann eine Höhe nach der nächsten. Überraschte Gesichter, erstauntes Raunen und anerkennender Beifall auf der Tribüne schienen den Youngster keineswegs aus der Fassung zu bringen. Ganz im Gegenteil, der Großhansdorfer wirkte wie getragen von diesem Moment – von seinem Moment. „Das ganze Stadion hat den Atem angehalten“, freute sich Hamann über die im Vorfeld nicht zu erwartende Aufmerksamkeit. Und die beflügelte Ole Gramann offensichtlich. Denn am Ende brachte er es auf eine Höhe von 1,82 Metern. „Beeindruckend, mehr kann man dazu eigentlich nicht sagen“, kommentierte Hamann die Entwicklung des Teenagers, der mit diesem Ergebnis nicht nur den alten Kreisrekord pulverisierte, sondern sich auch auf Platz eins der nationalen Bestenliste katapultierte.

Dass es mit 2813 Punkten dennoch nicht zum Landestitel gereicht hat, lag daran, dass Sieger Aaron Köhler von Bramstedter TS (2992) der deutlich bessere Speerwerfer ist. „Der Bramstedter hat den Speer über zehn Meter weiter geworfen – und damit die entscheidenden Punkte zum Sieg geholt“, erklärte Hamann. Um die Stärken Köhlers in dieser Disziplin – und damit einhergehend geringeren eigenen Siegchancen – habe Grammann zwar gewusst. „Doch davon hat sich Ole nicht abschrecken lassen. Andere hätten sich vielleicht daraufhin für einen anderen Block entschieden. Aber Oles Stärken sind eben die Sprungdisziplinen und darauf wollte er nicht verzichten.“ So musste sich der Großhansdorfer zwar mit Silber begnügen, doch dafür hatte er etwas anderes gewonnen: die Herzen der Zuschauer und den Respekt der Konkurrenz.

Ohne einen Titel aber mussten sich die Stormarner nicht auf den Heimweg machen. Im Block Wurf der M 15 setzte sich Jonas Telthörster knapp mit 2708 vor Lennart Völz vom PSV Flensburg (2701) an die Spitze. In der Altersklasse M 14 triumphierte zudem im Block Wurf John Schlegl vom Ahrensburger TSV mit 2785 Punkten. Bronze heimste Sabrina Schröder vom VfL Oldesloe im Block Sprint der Altersklasse W 14 ein (2476).

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