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Stormarner Tageblatt

23. November 2017 | 08:47 Uhr

„Tintenherz“ mit Aha-Effekt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Fast 60 Kinder aus beiden Reinfelder Schulen, der Theodor-Mommsen-Schule und dem Lübecker Burkhardt-Gymnasium, stehen bei der Inszenierung „Tintenherz“ auf der Bühne.

shz.de von
erstellt am 30.Mai.2017 | 15:39 Uhr

Die Leidenschaft für das Theater und die Liebe zu Kindern und Jugendlichen treiben Regisseurin Bettina Becker an. Seit fast 20 Jahren inszeniert sie Theaterstücke. Zuerst begeisterte sie viele Jahre lang kleine und große Zuschauer an der Matthias-Claudius-Schule (MCS) und dann – als die Kinder die Schule wechselten, aber bei der Schauspielerei bleiben wollten – an der Immanuel-Kant-Schule (KGS). Inzwischen stehen fast 60 Kinder und Jugendliche auf der Bühne – eine bunte Mischung aus Grundschülern, Laiendarstellern der KGS, des Theodor-Mommsen-Gymnasiums Bad Oldesloe und des Lübecker Burkhardt-Gymnasiums.

Gemeinsam mit den jungen Darstellern setzte Bettina Becker das Buch „Tintenherz“ von Cornelia Funke um. Keine leichte Aufgabe, denn die älteren Darsteller der 5. bis 9. Klassen wollen mehr und mehr gefordert werden. „Deshalb habe ich ihnen die Rollen quasi auf den Leib geschrieben“, so Becker. Die eine oder andere sehr anspruchsvolle Charakterrolle sei auch dabei. „Es ist kein reiner Schauspielunterricht im klassischen Sinne, sondern auch eine Rollenfindung“, erklärt sie.

Einige Darsteller halten dem Theater seit sieben Jahre die Treue, da könne man sie nicht mit einer Komparsenrolle abspeisen. Um allen gerecht zu werden, hat sie „Tintenherz“ fast komplett „umgemodelt“ – wie sie es ausdrückt. Schließlich sollen alle Mitwirkenden so viel wie möglich auf der Bühne stehen. Natürlich bleibe der Inhalt des beliebten Buches dabei erhalten. „Die Kinder haben viel Fantasie, um ihre Rolle umzusetzen, dürfen sich also auch aktiv am Stück beteiligen“, sagt die Regisseurin. Die Grundschüler spielen teilweise sich selbst, dürfen sich eine Rolle aussuchen, die dann in die Inszenierung integriert wird.

Den einen oder anderen Aha-Effekt hat sie sowieso in Petto. Das Publikum wird immer mit einbezogen – diesmal auf ganz besondere Weise. Bevor der Vorhang sich hebt, sitzt bereits ein Darsteller im Publikum und liest plötzlich aus dem Buch der weltbekannten Autorin. Becker: „Er nimmt die Zuschauer dann auf die Reise in die Fantasiewelt, um das Böse zu besiegen.“ Welche Rolle dabei die sogenannte „Vierte Wand“ spielt, und warum ausgerechnet Aschenputtel im Stück auftaucht, will sie noch nicht verraten, denn es soll für das Publikum ja spannend bleiben.

„Im nächsten Jahr wollen wir uns ein wenig verändern“, verrät sie stattdessen. In Reinfeld werde viel zu wenig für Jugendliche getan. Deshalb habe sie vor, das Projekt „Theater und mehr“ zu starten, um ihnen die Möglichkeit zu geben, einen Film zu drehen, auf der Straße Theater zu spielen, Requisiten zu bauen oder Improvisationstheater auszuprobieren. Becker plant außerdem eine Parodie auf den Film „Der Schuh des Manitu“.

Seit fast einem Jahr proben die jungen Darsteller zwei Mal wöchentlich. Mit Blick auf die nahende Premiere bekomme der eine oder andere Schauspieler schon ein wenig Lampenfieber. Aber das vergehe nach den ersten paar Sätzen. Traurig findet es die Regisseurin, dass es in der Aula der KGS keine vernünftige Technik gebe. Da sei das Technikteam der Theater-AG im Rahmen der Betreuten Ganztagsschule schon sehr gefordert. Bettina Becker: „Aber wir haben das auch so in den Griff bekommen und freuen uns auf unvergessliche Aufführungen, die das Publikum hoffentlich mitreißen werden.“

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