zur Navigation springen

„Shauni“ aus Badendorf : Tierisches Happy End nach bangen Stunden

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Wenn man diese entzückenden Bilder sieht, kann man gar nicht glauben, dass es bei Lämmchen „Shauni“ um Leben und Tod ging. Doch dank Jörg Benthin aus Badendorf entwickelt es sich prächtig. Ein tierisches Happy End!

shz.de von
erstellt am 26.Jan.2016 | 06:00 Uhr

Eine Woche ist „Shauni“ – wie Besitzer Jörg Benthin das kleine Lämmchen liebevoll nennt – alt und hat schon eine Menge hinter sich. Beinahe hätte das Lamm seinen ersten Lebenstag nicht überlebt. Eiskalter Wind, Schnee auf der Weide und eine Schafsmutter, die keine Milch hat – keine guten Voraussetzungen für die Geburt auf dem Hof von Jörg Benthin. „Normalerweise habe ich nie Probleme beim Lammen, denn die Kamerunschafe sind anspruchslos, robust, widerstandsfähig“, so Benthin, der eine kleine Herde der aus Westafrika stammenden Rasse als ganzjährige Weideschafe hält.

Doch diesmal ging alles schief. Die Mutter lockte ihr Lamm aus dem Stall hinaus in die Kälte, wo es sich zwar die ersten Lebensstunden ein wenig berappelte, dann aber mangels Milch entkräftet im kalten Schnee liegen blieb. Jörg Benthin holte es schließlich in seine Küche und rettete es vorm sicheren Kälte- und Hungertod.

„Seine Füßchen waren schon eiskalt“, erinnert er sich. Doch woher an einem Sonntag die richtige Milch nehmen? Seine Tochter Jessica und er behalfen sich einen Tag lang mit H-Milch und besorgten eine Spritze aus der Notapotheke.

Nur ganz langsam kam Shauni zu Kräften, nahm nur wenige Tröpfchen mit der Spritze auf. „Ich hatte Angst, dass das Lamm die Nacht nicht übersteht und habe ihm deshalb zuerst auch keinen Namen gegeben“, erzählt Benthin. Bis zum nächsten Morgen waren zumindest die Füße wieder warm, und das Lämmchen erhielt richtige Babymilch, Schafsmilch war nirgends zu bekommen.

„Ich hätte nicht gedacht, dass das Lamm die Milch tatsächlich verträgt und gedeiht“, so der Besitzer. Es sei wie ein kleines Wunder gewesen, dass Shauni bereits am zweiten Abend in der warmen Küche munter wurde und ihn und seine Tochter als Mutter anerkannte. Seitdem trinkt Shauni fleißig aus dem Babyfläschchen, macht sich durch lautes Mähen bemerkbar und wuselt um die Füße der beiden Ersatz-Mütter herum. Denn dort vermutet das Lamm instinktiv die Zitzen zum Trinken. „Wenn er müde ist, geht er meist von ganz allein auf seinen Schlafplatz“, so Benthin. Der besteht aus einem umgekippten Karton und einer Decke. Wenn Shauni sich so weiterentwickelt, darf er bald zur Herde zurück. Erst einmal wird Benthin ihm ein abgetrenntes Plätzchen im Schafstall bereiten, bevor er auch mal nach draußen darf. In zwei Wochen wird der Haus- und Hofherr Heu zufüttern.

Jörg Benthin: „Seine Mutter erkennt ihn wohl nicht mehr wieder, doch sicherlich wird er sich nach und nach in die Herde einfügen.“ Durch die Flaschenaufzucht bleibe Shauni zahm und könne vielleicht wie ein Hund auf dem Hof herumlaufen. Schon jetzt reagiert er auf Zuruf und läuft ihm noch etwas staksig, aber freudig entgegen. Eine kleine Sensation: Denn Kamerunschafe sind von Natur aus eher scheu und fluchtbereit.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert