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Stormarner Tageblatt

19. August 2017 | 05:46 Uhr

Reinfeld : Therapietheater vor Neustart

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Nach 15 Jahren Spielzeit soll das Therapietheater des Holstenhofs ein Migrationstheater werden.

Manchmal muss man neue Wege gehen: Nach 15 Jahren ist das beim Therapietheater des Holstenhofes der Fall. Intendantin Bärbel Nemitz und Regisseurin Anja Jansen beenden ihre ehrenamtliche Tätigkeit, die sie vor fünf Jahren von Udo-Reichle-Röber übernommen hatten. „Die Motivation der Holstenhof-Bewohner hat stark nachgelassen. Viele sind auch schon zu alt zum Theaterspielen“, bedauert Nemitz. Ohne Regisseurin und Intendantin – steht das Therapietheater jetzt vor dem Aus? Nein! So hoffen es zumindest die Mitglieder des Fördervereins mit ihrem neuen Vorsitzenden Rainer Schinzel, dem das Fortbestehen sehr am Herzen liegt. „Ich sehe durchaus die Möglichkeit, neue Leute zusammenzubringen – vielleicht zuerst im kleineren Rahmen. Denn aus Kleinem kann schnell etwas Großes werden“, blickt der 49-Jährige positiv in die Zukunft. Das hätten die 15 Jahre erfolgreiche Spielzeit des Therapietheaters bewiesen.

Der Förderverein möchte Menschen aus Reinfeld, Bad Oldesloe und Nordstormarn zum Theaterspielen motivieren – und das gemeinsam mit Flüchtlingen, die in Nordstormarn und der Umgebung von Bad Oldesloe eine neue Heimat gefunden haben. Aus dem Therapietheater soll so ein Migrationstheater werden. „Das ist weiterhin gelebte Sozialtherapie“, unterstreicht Reichle-Röber. „Viele Flüchtlinge sind hier allein, schwer traumatisiert, sie müssen integriert werden“, findet der 21-jährige Mike Paap, der sich beim „Projekt Jugend“ und „Asyl in Reinfeld“ engagiert. Paap gibt zwei jugendlichen Syrern Deutschunterricht und hilft Familien, eine Wohnung zu finden.

Wer nicht auf der Bühne stehen möchte, könne sich im „Hintergrund“ beim Kulissenbau oder bei der Tontechnik, beim Schreiben eines neuen Stücks oder mit musikalischen Beiträgen engagieren. Da gebe es viele Facetten, betont Paap. So könne man Menschen, die sich sonst nicht begegnen würden, zusammenbringen und das Therapietheater wieder zu neuem Leben erwecken.

Mike Paap verspricht, seine Kontakte zur Migrationssozialarbeit in Bad Oldesloe spielen zu lassen, um Asylbewerber und Interessierte aus der Umgebung für dieses Projekt zu begeistern. Reichle-Röber wünscht sich „kein Schenkelklopfer-Theater“, sondern weiterhin anspruchsvolle Stücke mit engagierten Laiendarstellern. Als Notlösung könnte der Treffpunkt Lokfelder Brücke in Barnitz die Schirmherrschaft für das Therapietheater übernehmen. Reichle-Röber: „Wir glauben aber daran, dass sich Menschen finden werden, die unsere Idee des Migrationstheaters unterstützen werden.“

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erstellt am 28.Jan.2014 | 10:12 Uhr

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