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Reinfeld : Therapietheater spielt Flüchtlingsdrama

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Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das klassische Liebesdrama „Romeo und Julia“ wird beim Therapietheater Reinfeld zu „Rashid und Julia“, ein Flüchtlings- und Migrantendrama.

Das klassische Liebesdrama „Romeo und Julia“ von William Shakespeare verwandelte das Ensemble des Therapietheaters kurzerhand in das Flüchtlings- und Migrantendrama „Rashid und Julia“. „Bei uns sind Integration und Inklusion keine hohlen Phrasen“, betont Regisseur Rainer Schinzel. Nachdem die Zukunft des Therapietheaters nach 15 Jahren beinahe auf der Kippe stand, brachen die ehrenamtlichen Akteure zu neuen Ufern auf und luden Migranten und Flüchtlinge kurzerhand zum Mitspielen ein.Zuerst sei das Interesse der Flüchtlinge aus Syrien, dem Iran und Afghanistan groß gewesen, leider scheiterte deren Mitspielen meist noch an der Sprachbarriere.

Einzig AliReza Danesch (19) ist übrig geblieben. Der Flüchtling aus Afghanistan lebt bereits seit 20 Monaten in der Karpfenstadt und spricht schon sehr gut Deutsch. „Ich komme ganz gut mit der Sprache zurecht“, sagt er. Außerdem mache das Spielen mit den anderen Schauspielern viel Spaß. Er fühle sich sehr wohl und habe bereits den einen oder anderen Freund gefunden. In „Rashid und Julia“ mimt er den jungen Migranten Rashid, der sich unsterblich in die Deutsche Julia (im Dirndl) verliebt– gespielt von Marina Potratz (22). Für sein Rolle habe er, gibt AliReza zu, fast alles auswendig lernen zu müssen, denn ganz so einfach wie die Alltagssprache sei die von Shakespeare nun mal nicht. Außerdem mit im Ensemble ist die gebürtige Vietnamesin Anneliese Dommert, die in die Rolle der „Bruce Leese“ schlüpft. Jüngstes Ensemblemitglied ist der 14-jährige Bjarne Schinzel, der mit dem Polizisten, Dealer und Bürgermeister gleich drei Rollen übernimmt. Zehn Darsteller aus dem therapeutischen Wohnheim sowie aus Reinfeld und Umgebung geben ihr Bestes, um Shakespeares Vorlage auf die Bühne zu bringen – natürlich sehr frei und modern und mit dem Text aus der Feder von Udo Reichle-Röber.

„Wir haben das Stück auf eine Dreiviertelstunde gekürzt, sonst wäre das nicht zu bewältigen gewesen“, verrät Michael Frädrich, Gründungsmitglied des Therapietheaters und Co-Regisseur. Er spielt die Rolle des Thorwald mit Springerstiefeln und Fliegerjacke. Schwer zu erraten, dass er nicht auf der Seite der Migranten steht. „Unser erstes Stück war 1999 ,Romeo und Julia’. Diesmal ist es nur in die heutige Zeit mit der Flüchtlingsproblematik versetzt“, erklärt Frädrich. Am Ende sterben vier Menschen: Das Liebespaar und zwei der rivalisierenden Bandenmitglieder. „Langweilig wird es bei uns nicht“, schmunzelt Frädrich.

 

 

>Die Premiere von „Rashid und Julia“ – frei nach William Shakespeare – findet am Sonnabend, 1. November, ab 17 Uhr im Therapienzentrum Holstenhof, Segeberger Straße 2, in Reinfeld statt.

>Am Sonnabend, 8. November, um 17 Uhr ist das Ensemble erstmals in der Mehrzweckhalle in Hamberge zu Gast. Die „Derniere“ ist am Freitag, 28. November um 19 Uhr im Bella-Donna,Haus, Bahnhofstraße, in Bad Oldesloe.

>Weitere Informationen im Internet unter www.therapietheater.de.



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erstellt am 21.Okt.2014 | 05:45 Uhr

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