Regionalkonferenz : Thema Asyl überlagert alles

Die Bürgermeister und Amtsvorsteher der Region Mittelzentrum Reinbek, Glinde, Wentorf sprechen sich für verstärkten Wohnungsbau, statt einer Unterbringung der Asylbewerber in Notunterkünften aus.
Die Bürgermeister und Amtsvorsteher der Region Mittelzentrum Reinbek, Glinde, Wentorf sprechen sich für verstärkten Wohnungsbau, statt einer Unterbringung der Asylbewerber in Notunterkünften aus.

Kommunalvertreter aus Stormarn, Hamburg und Niedersachsen trafen sich in Bergedorf. 8000 frei finanzierte geförderte Wohnungen sollen in der Region entstehen.

shz.de von
05. September 2015, 19:30 Uhr

Gewöhnlich sprechen die Bürgermeister und Amtsvorsteher aus Barsbüttel, Glinde, Oststeinbek, Siek, Reinbek und Wentorf mit Vertretern des Bezirks Bergedorf und Mittelzentren im benachbarten Niedersachsen über Kindergärten, Busverkehr, Gewerbegebiete, aktuelle Vorhaben und was sonst noch die Nachbarkommunen interessiert. So auch beim 7. Jahrestreffen, aber, „das Thema Asyl hat alles andere überlagert“, so Bezirksamtsleiter Arne Dornquast nach der Runde.

„Noch zu Beginn dieses Jahres sah alles völlig anders aus.“ Damit meinte Dornquast vor allem die Zuweisungszahlen für die Kommunen. Die Zahl steige ständig, „wir können überhaupt nicht abschätzen, ob das, was heute gesagt wird, am Monatsende noch Bestand haben wird.“ Abgesehen von den finanziellen Belastungen sei kaum planbar, wie groß der Zuwachs in den Kindergärten oder Schulen sein wird, „wir wissen nicht, ob Familien mit Kindern oder Einzelpersonen kommen“, sagte Martina Falkenberg (Amt Hohe Elbgeest).

Einig ist sich der Kreis der Bürgermeister und Amtsvorsteher in zwei Punkten: Erstens, den Kriegsflüchtlingen und deren Familien muss geholfen werden und zweitens, feste Wohnungen sollen behelfsmäßige Unterkünfte wie etwa Container mehr und mehr ersetzen. „Die ambulanten Unterbringungen müssen wir endlich loswerden“, sagte Reinbeks erster stellvertretender Bürgermeister Hans Helmut Enk. In der Region Reinbek, Glinde, Wentorf, Barsbüttel, Oststeinbek, Wohltorf und Aumühle sollen rund 8000 neue geförderte und frei finanzierte Wohnungen entstehen. Alle Teilnehmer appellierten zudem an private Vermieter, Wohnungen zur Verfügung zu stellen. „Mieter ist die jeweilige Kommune, das ist für viele Vermieter nicht unwichtig“, betonten die Bürgermeister. Zudem seien, so Axel Scheede (Bezirksamt Bergedorf), zwei Erstaufnahmeeinrichtungen geplant – für 400 Flüchtlinge im östlichen Bergedorf sowie für 250 Flüchtlinge im südlichen Bereich an der Grenze zu Reinbek.

Betont wurde von allen auch die Integration der Asylbewerber. „Es funktioniert wirklich gut. Wir haben viele ehrenamtliche Helfer“ lautete der Tenor. Oststeinbek wird in diesem Jahr insgesamt 120 Asylsuchende aufnehmen, Reinbek rund 250, Barsbüttel 130, Glinde 180 – zumindest sind das die jetzt bekannten Zahlen.

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