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Stormarner Tageblatt

24. November 2017 | 04:46 Uhr

Ahrensburg : Theater und Musik auf hohem Niveau

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Hinrich Tramm und Sabine Schwarz sind sichtllich stolz auf das neue Programm des „Vereins für Theater und Musik“ in Ahrensburg, das sie mit Bürgermeister Michael Sarach vorstellen. Der Spielplan bietet Qualität.

shz.de von
erstellt am 03.Jul.2017 | 06:00 Uhr

„Das Programm befindet sich immer auf einem hohen Niveau, es wird gut angenommen, und es ist wichtig für die kulturelle Szene in unserer Stadt“, betont Bürgermeister Michael Sarach. Daher sei es gar keine Frage, dass die 48 000 Euro, die die Stadt dem Verein jedes Jahr unterstützend zur Verfügung stellen, „sehr gut angelegt“ seien.

Der zweite Teil der Finanzierung über die Eintritte funktioniere auch so gut, weil es gelingt, die Konzerte mit einer Auslastung von 90 Prozent im Eduard-Söring-Saal durchzuführen. Bei den Theatervorstellungen liegt die durchschnittliche Auslastung zwar leider nur bei ungefähr 50 Prozent, wie die Vorsitzende Sabine Schwarz ausführt, doch dürfe man auch nicht vergessen, dass der Alfred-Rust-Saal fast doppelt so groß ist. „In der Gesamtbesucherzahl ist das dann ähnlich, auch wenn wir uns selbstverständlich auch für das Theater mehr ausverkaufte Vorstellungen wünschen würden“, so Schwarz. Ein Grund dafür, dass die Theatersparte nicht ganz so beliebt sei, wie der Musikbereich, sei im Saal begründet. Während Tramm, stellvertretend für die auftretenden Musiker, gar nicht aus dem Schwärmen über den Söring-Saal rauskommt, der akustisch besonders geeignet sei und zudem durch das Spielen auf Augenhöhe eine besondere Atmosphäre biete, ist Schwarz etwas kritischer, was den Rust-Saal angeht, „Es ist halt eine Art Schulaula. Die technische Ausrüstung ist gut, und wir sind froh, dass wir den Saal so nutzen können. Aber es kommt nicht das Gefühl eines echten Theaterbesuchs auf. Dazu fehlen die passenden, gepolsterten Stühle und ein Foyer, in dem man gern verweilt. Es gibt nicht einmal ein Restaurant in der Nähe, in das man noch einkehren kann“, so Schwarz.

Inhaltlich kann der Verein auch in der neuen Spielzeit Hochkarätiges bieten. Den Auftakt macht am 24. September das „Minguet Quartett“, das Werke von Mozart bis Dvorak spielen wird. Das in Dänemark beheimatete Bläserquintett kommt am 4. November mit „Mephisto“ nach Ahrensburg. Die fünf Musiker werden zur internationalen Elite gezählt.

Bekannt ist auch die Pianistin Anna Vinnitskaya, die ihr Gastspiel am 20. Januar haben wird. Traditionell ist wieder das Ahrensburger Kammerorchester mit seinem Jahreskonzert am 24. Februar eingeplant, bevor die berühmte Pianistin Ragna Schirmer am 17. März zu erleben sein wird.

Höhepunkt wird das Konzert des Stargeigers Daniel Hope am 6. Mai 2018 werden. Nach seinem erfolgreichen Besuch in der Schlossstadt wollte Tramm ihn unbedingt erneut nach Stormarn locken. „Dann erfuhr ich, dass er die Agentur gewechselt hatte und fürchtete schon, dass es jetzt sehr schwierig werden. Aber ich bekam prompt die Antwort, dass Daniel Hope sich freue und schon eine Idee für ein Programm habe. Darauf kann man sich freuen“, sagt Tramm.

Im Schauspielbereich geht es am 20. Oktober los mit „Requiem für einen Spion“ unter anderem mit Steve Karier und Josiane Pfeiffer. Die Bühnenadaption von „Honig im Kopf“ kommt am 11. November mit Schauspielern wie Karsten Speck und Achim Wolff in den Rust-Saal. „Der Mentor“ von Daniel Kehlmann wird mit Volker Lechtenbrink in der Hauptrolle am 26. Januar zu sehen sein. „Das Lächeln der Frauen“ mit Hubertus Grimm folgt am 10. März, bevor Siegfried Lenz’ „Deutschstunde“ mit Max Volker Martens und Stefan Rehberg am 17. April den Abschluss bildet.

Sowohl für die Konzert- als auch für die Schauspielreihe gibt es Abo-Modelle zwischen 64 und 92 Euro (Schauspiel) und 82 bis 125 Euro (Konzerte). „So kann man 20 Prozent oder in Kombi sogar noch mehr sparen“, werben Tramm und Schwarz für dieses Modell.

Bedauerlich sei es, dass es nicht gelinge, ein jüngeres Publikum zu erreichen. „Gerade die Stormarnschule ist ja sehr musikalisch im klassischen Bereich. Da wundert es mich, dass es da nicht mehr Interesse gibt bei den jungen Ahrensburgern“, so Tramm. „Im Schauspielbereich wäre das sehr wünschenswert. Leider fährt man wohl lieber nach Hamburg, ist mein Eindruck. Aber wir versuchen es immer weiter, auch Schüler und Studenten für unser Programm zu begeistern. Man bekommt Qualität geboten“, so Schwarz.

Gemeinsam mit Bürgermeister Sarach hoffen die beiden Vorsitzenden langfristig, dass hinter dem Marstall in dem leer stehenden Gebäude ein Kulturzentrum mit professioneller Bühne entstehen kann. „Das entscheidet natürlich die Politik. Aber dieses Thema wird auf die Agenda kommen. Wer es dann betreibt, was das alles kostet und wie wir es abgesehen von den Aufführungen bespielen, das sind alles ungelöste Fragen“, so Sarach. „Ich würde es mir für Ahrensburg wünschen. Auch für Musicals oder Konzerte junger Bands fehlen uns passende Möglichkeiten. Es würden sicherlich für den Kulturbereich auch Fördergelder aus dem entsprechenden Städtebauförderungsprogramm fließen, denke ich. Ich würde es sehr begrüßen, wenn die Ecke da weiter belebt wird. Der Reiz des Ensembles, das dann neben Marstall, Schlosskirche und Schloss noch erweitert würde, ist enorm groß. Es wäre eine wichtige Chance für Ahrensburg, das kulturelle Angebot weiter auszubauen. Aber wir wissen auch, das würde eine Menge Geld kosten“, so Sarach.

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