Bad Oldesloe : Teurer als geplant – doch kein Skateland

Sanierungsfall – das Skateland sollte eigentlich überarbeitet und erweitert werden.
Sanierungsfall – das Skateland sollte eigentlich überarbeitet und erweitert werden.

Das Ausschreibungsergebniss sei zu schlecht ausgefallen. Das Projekt muss jetzt „völlig neu sortiert“ werden.

Andreas Olbertz. von
11. November 2017, 08:00 Uhr

Vor wenigen Tagen hatte Bürgermeister Jörg Lembke noch ganz anders geklungen. Selbstverständlich werden das Skateland und der Street-Workout in diesem Jahr gebaut, sagte der den Kandidaten für den Kinder- und Jugendbeirat zu. Auf der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses kam eher zufällig heraus, dass daran wohl nicht mehr zu denken ist. Das Projekt steht auf der Kippe.

Blick zurück: Im November 2014 waren Jugendliche mit entsprechenden Wünschen an die Stadt herangetreten. Es fanden Beteiligungsrunden statt, Planungen wurden beauftragt und Gelder bewilligt. Vorgesehen ist, das Skateland zu sanieren und in Richtung Stormarnhalle zu erweitern. Auf der anderen Seite des Exers, beim Minigolf-Platz, sollen die Geräte für das Streetworkout errichtet werden. 255 000 Euro standen bereit, eigentlich hätte zu Jahresbeginn mit der Umsetzung begonnen werden können. Doch daraus wurde nichts. Der Verwaltung war nämlich eingefallen, dass es bei Holsteins Herz möglicherweise EU-Fördermittel geben könnte – 55 Prozent standen im Raum. Also wurde alles gestoppt und der Förderantrag gestellt. Im Frühjahr war der Bürgermeister zuversichtlich: Antragsschluss im April, Bewilligung im Juli – „wenn alles passt, können wir die Maßnahme noch dieses Jahr fertig stellen“, so Lembke.

Holsteins Herz bewilligte tatsächlich im Juni einen Zuschuss im August lag der Förderbescheid über 100 000 Euro vor. Noch im selben Monat sollte das Leistungsverzeichnis erstellt werden. „Im September wird die Ausschreibung erfolgen und dann, abhängig von den Angebotseingängen und deren Qualität die Vergabe zwischen Oktober und November“, teilte Lembke damals mit. Im kommenden Frühjahr hätte alles fertig sein sollen.

Doch daraus wird nichts. Erst auf Nachfrage von Aygün Caglar (CDU) ließ der Bürgermeister die Katze aus dem Sack. Die Ausschreibungsergebnisse lägen „weit oberhalb der geplanten Summen. Wir reden nicht über 10 000 Euro. Wir müssen überdenken, wie wir da ran gehen“, so Lembke.

Es kann nicht einfach, um Kosten zu sparen, das eine oder andere Teil gestrichen werden – dafür müsste komplett neu ausgeschrieben werden. „Wir müssen es völlig neu sortieren“, kündigte Jörg Lembke an. Auf eine Terminzusage, wann die Verwaltung Beschlussvorschläge vorlegen kann, wollte er sich nicht einlassen. Als Aygün Caglar Druck machte und darauf verwies, dass das Projekt doch Priorität haben müsse, wurde der Bürgermeister spürbar lauter: „Herr Caglar, wir leiden nicht an Langeweile!“

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