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Ahrensburg : Tanzlehrer kommt jungen Mädchen zu nah

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ein 23-jähriger Tanzlehrer aus Ahrensburg steht vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, Beziehungen zu jungen Mädchen im Alter zwischen 12 und 14 Jahren gehabt zu haben.

Seine Vorliebe für sehr junge Mädchen hat Roman B. (Name geändert) vor das Schöffengericht gebracht: Der 23-jährige Ahrensburger muss sich wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verantworten (wir berichteten). Mit mindestens drei Mädchen unter 14 Jahren soll er sexuelle Kontakte unterhalten haben, das jüngste war gerade zwölf Jahre alt. Alle lernte er in Ausübung seines Berufs kennen. Roman B. war in zwei Ahrensburger und einer Hamburger Tanzschule tätig, bis ihm wegen der Vorwürfe gekündigt wurde.

Die Anklage nimmt auch Bezug auf Taten, die Roman B. noch als Heranwachsender verübt haben soll. Deshalb befasst sich das Jugendschöffengericht damit. Bereits vor drei Jahren hatte der selbe Richter Roman B. vernommen. Schon damals ging es um sexuelle Kontakte zu einem Kind. „Diese Handlungen waren an der Grenze des Erlaubten“, sagt der Vorsitzende Richter. Weil kein öffentliches Interesse an einer Strafverfolgung bestanden habe, sei das Verfahren von der Staatsanwaltschaft eingestellt worden. „Welche Konsequenzen haben sie daraus gezogen?“, fragt er den Angeklagten. Der schweigt. „Wir machen dazu keine Angaben“, so sein Anwalt.

Eine Belastungszeugin war am Verhandlungstag wegen ihrer Schulprüfungen verhindert. Stattdessen kam eine Entlastungszeugin, die Roman B. vor drei Jahren in der Hamburger Tanzschule kennen gelernt hatte. Die heute 18-Jährige sollte bestätigen, dass dort keine Altersangaben geführt wurden. Sie kenne die Vorwürfe und sagt sie: „Nach meiner Einschätzung ist er unschuldig.“ Sie selbst habe keinen sexuellen Kontakt mit Roman B. gehabt. Die Verteidigung hatte argumentiert, dass sich die Opfer älter als 14 Jahre ausgegeben hätten.

Am ersten Verhandlungstag hatte eine heute 14-Jährige ausgesagt, dass sie vor einem Jahr Zärtlichkeiten mit Roman B. ausgetauscht habe. Zum Geschlechtsverkehr sei es aber nicht gekommen. Sie habe Roman B. auch nicht über ihr Alter belogen. Ihre Mutter hatte den weiteren Kontakt verboten und Anzeige erstattet. „Du musst mich retten, mein Leben ist in deiner Hand“, hatte Roman B. der Tochter im Chat geschrieben. Sie solle vor Gericht aussagen, dass sie sich das alles ausgedacht habe.

Die Mutter einer heute 15-Jährigen sagt aus, ihre Tochter habe vor gut zwei Jahren mehrfach Geschlechtsverkehr mit Roman B. gehabt. Auch diese Zeugin erstattete Anzeige. Während der Beziehung habe sich das Familienklima drastisch verschlechtert, so auch die Schulleistungen der Tochter: „Er hatte einen fatalen Einfluss auf sie, sie entzog sich uns vollkommen.“ Danach habe man sich wieder angenähert. Während der Aussage der Tochter wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen.

Trotz Anwendung des Jugendstrafrechts muss Roman B. mit einer empfindlichen Haftstrafe rechnen, falls das Gericht ihn für schuldig befindet. Außerdem könnte es ein Unterrichtsverbot für den Tanzlehrer in Bezug auf Mädchen unter 18 Jahren verhängen.

>Termin: Die Verhandlung wird am 14. April fortgesetzt. Dazu werden weitere Zeugen geladen, vorsorglich wurde noch ein weiterer Verhandlungstermin angesetzt.





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