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Stormarner Tageblatt

23. August 2017 | 20:00 Uhr

Bad Oldesloe : „Tante Lenas“ Jahrhundert

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Oldesloer Schneiderin Magdalena Neumann wird 100 Jahre und blickt auf ein stolzes Leben zurück.

Magdalena Neumann liebt das Leben in der Kleinstadt. Schon immer. Hier ist man einander bekannt. Hier lebt die Familie. Hier bietet die Kirchengemeinde Halt. Tante Lena, wie sie alle nennen, liebt Bad Oldesloe und wird hier am Sonntag, 27. September, 100 Jahre alt. Seit 1944 lebt sie in der Stadt. Sie flüchtete kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs mit ihren Eltern aus der Heimat Schneidemühl, das heute Pila heißt und zu Polen gehört. In Bad Oldesloe war sie als Rot-Kreuz-Schwester notdienstverpflichtet und überlebte den großen Bombenangriff am 24. April 1945 knapp. Nach Kriegsende machte sie ihren Meister als Schneiderin und eröffnete kurze Zeit später ihr eigenes Atelier. Zuerst in der Mühlenstraße dann in der Hagenstraße, direkt über Möbel Koch. Dort lebte sie auch – im Kreise der Familie ihrer Schwester – bis sie 2010 ins Travedomizil zog, wo sie heute liebevoll betreut wird. Am häufigsten besucht sie dort ihre Nichte, Inge Koch-Bohuschke. Und obwohl Tante Lena nicht mehr gut hört, macht sie noch Späße mit den Pflegekräften.

Die resolute Schneiderin war bekannt für ihre Kleider, die nie kaputt gingen. Gewissenhaft prüfte sie jeden Stoff und jede Naht bevor ein Stück ihr Atelier verließ. Das Schneidern war ihre Passion und so saß sie oft bis tief in die Nacht, vertieft in ihre Arbeit. In die Ehe wagte sie sich nie, zu sehr schlug ihr Herz für ihr Handwerk. Für die streng katholische Rentnerin ist es vor allem der Glaube an Gott, der ihr immer half und ihr bis heute Lebenskraft schenkt. Noch immer kennt sie jedes Gebet auswendig, das sie je lernte. Aber auch um einen kecken Spruch ist sie nicht verlegen: „Zeit vergeht, Licht verbrennt, getan wird nix“, gibt sie am liebsten zum Besten. Am Sonntag feiert Tante Lena ihren 100. Geburtstag im Kreise von Freunden und Familie.

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