Trittau : "Tamagotschi" gibt mächtig Gas

Staatssekretärin Ingrid Nestle
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Staatssekretärin Ingrid Nestle

Anlage erzeugte bereits eine Million Kilowattstunden Strom und ist nun auch offiziell eingeweiht

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20. April 2013, 09:00 Uhr

trittau | Staatssekretärin Dr. Ingrid Nestle vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MELUR) nannte die neue Biogasanlage, die Anfang des Jahres in Betrieb und jetzt offiziell eingeweiht wurde, "einen wunderbaren Beitrag zur Energiewende. Hier wird sauberer Strom verlässlich produziert, ohne die Landschaft zu belasten", sagte sie weiter und verglich die Anlage mit ihrem 13 Monate alten Kind hinsichtlich der Tag- und Nachtbereitschaft. Damit ging sie auf eine Bemerkung ihres Vorredners, Wolfram Gelpke, einer der Geschäftsführer des Abfallwirtschaftszentrums Trittau (AWT), ein, das die Anlage gebaut hat. "Wir suchen noch einen internen Namen und kamen auf Tamagotschi, diese Spielzeuge, die einen Tag und Nacht anpiepen", sagte er scherzhaft.

Schon seit Anfang 2013 ist die Anlage in Betrieb und hat bislang schon eine Million Kilowattstunden Strom erzeugt. Jährlich sollen es vier Millionen Kilowattstunden sowie 3,2 Millionen Kilowattstunden Heizenergie werden. Zudem fallen hochwertiger Kompost und wieder verwendbare Gärreste an. Der benachbarte Technologiepark wird demnächst komplett durch die Anlage mit Strom versorgt.

Fünf Millionen Euro hat der Bau gekostet, in dem künftig 30 000 Tonnen Bioabfälle aus Stormarn und Herzogtum Lauenburg verarbeitet werden, die vergoren und mittels eines Blockheizkraftwerks in Strom und Wärme umgewandelt werden. Das bedeutet eine CO²- Gutschrift von 3000 Tonnen jährlich. Die AWT betreibt bereits seit 1998 ein Kompostwerk, in dem Bioabfälle zu Kompost verarbeitet wurden. Durch die Investition in die Biogasanlage werden Arbeitsplätze erhalten. "Die Anlage arbeitet nach dem Prinzip des liegenden Pfropfenstroms und wird nach Abzug der benötigten Eigenmenge etwa drei Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr ins öffentliche Netz einspeisen", so Holger Pfau, Geschäftsführer der AWT.

Die Verbraucher, die eine Biotonne haben, haben es schon bemerkt: Zum Jahresanfang ist die Biotonne um 9,5 Prozent günstiger geworden. Bei 14-tägiger Leerung kostet die 60-Liter-Tonne jetzt 4,42 Euro. Bereits gut die Hälfte aller Abfälle werden einer Verwertung zugeführt. "Abfall wird immer mehr zum Wertstoff, zur Rohstoffquelle und zum Energielieferanten. Die Abfallwirtschaft Südholstein (AWSH) wird diesen Weg der Abfallverwertung konsequent ausbauen", so Geschäftsführer Dennis Kissel.

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