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Stormarner Tageblatt

11. Dezember 2017 | 14:52 Uhr

Bargteheide : Tag des sicheren Internets

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Im Kooperationsprojekt sensibilisieren Medienlotsen ihre Mitschüler für den Umgang mit persönlichen Daten.

„Ich werde jetzt weniger Bilder über Whats App verschicken“, stellen gleich mehrere Sechstklässler am Bargteheider Eckhorst Gymnasium fest. Sie haben an einem Kursus teilgenommen, den Franzi Kohl-Boas und Thorben Braune leiten. Die beiden besuchen die 10. Klasse und sind ausgebildete Medienlotsen. Und sie möchten ihre jüngeren Mitschüler für die Gefahren im Internet sensibilisieren.

Die reichen vom Verstoß gegen Urheberrechte über Betrug und Schadprogramme bis zu Drohungen und Mobbing. Aber auch die Datensammelwut von Facebook und Co. kann problematisch werden. Dass die sozialen Medien auch die Verwertungsrechte an hochgeladenen Fotos und Videos für sich beanspruchen, wussten einige der jüngeren Schüler nicht. „Mädchen sind oft noch geschockter als Jungs, welche Daten alle gesammelt werden“, sagt Franzi. Sie weiß von einem Fall, dass deshalb sogar die Einreise in die USA verboten wurde: „Da wurde nur eine Nachricht falsch interpretiert.“ Die beiden Schüler haben 2016 an einer Fortbildung zu Medienlotsen teilgenommen. „Danach haben wir ein Konzept beschlossen, welche Themen wir mit den Jüngeren bearbeiten wollen“, sagt Thorben. In Kleingruppen vermitteln sie ihr Wissen an die knapp 100 Sechstklässler weiter.

Das Projekt habe sich inzwischen fest etabliert, sagt Schulleiter Herbert Diebold: „Schüler eignen sich selbst Kompetenzen an und geben sie weiter.“ Als Termin wurde gestern der Safer-Internet-Day genutzt, der Tag des sicheren Internets. Als besonderen Vorteil wertet Michael Schwarz den Einsatz von nahezu Gleichaltrigen (Peers) für das Projekt. „Sie sind einfach glaubwürdiger für ihre Mitschüler, sie hören ihnen anders zu“, sagt der Projektleiter des Lern- und Medienzentrums. Der Wahlpflichtkursus Medien zieht sich von der Mittelstufe bis zum Abitur. Die Schule arbeitet dafür eng mit dem Offenen Kanal zusammen und wird von der Medienanstalt Hamburg-Schleswig-Holstein unterstützt. Für das Präventionsprojekt kommt noch der Kreisjugendring (KJR) hinzu. „Im vergangenen Oktober haben wir am Gymnasium Medienlotsen von fünf Schulen ausgebildet“, sagt Ansgar Büter-Menke vom KJR.

An drei Schulen wird das Projekt heute aktiv weitergeführt, am Kopernikus Gymnasium in Bargteheide und am Gymnasium Trittau. „An der Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Bargteheide und der Gemeinschaftsschule Wiesenfeld in Glinde ist die Aufbauphase noch nicht beendet“, sagt er. Mit weiteren Schulen sei der KJR im Gespräch: „Im Herbst startet eine neue Ausbildungsreihe in Ahrensburg oder Bad Oldesloe.“

Neue soziale Medien werden schnelllebig benutzt, weiß Michael Schwarz: „Facebook findet heute gar nicht mehr statt.“ Die Nutzung von Youtube hingegen sei innerhalb von zwei Jahren förmlich explodiert, auch Snapchat oder Whats App sind heute populär. Als besonderen Vorteil wertet Schwarz auch den Einsatz von Bundesfreiwilligen, die seit drei Jahren die Medienkompetenzprojekte an der Schule betreuen.



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